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Futuristischer Blitzableiter wird auf dem Säntis getestet

Laser statt Metallstab. Seit Montag wird auf dem Säntis eine neuartige Methode des Blitzschutzes getestet. Statt die Blitze mit einem geerdeten Metallstab einzufangen, sollen sie mittels Lasern gesteuert werden.

19.07.2021 / 19:06 / von: mst/mle
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Laser statt Metallstab. Seit Montag wird auf dem Säntis eine neuartige Methode des Blitzschutzes getestet. (Screenshot: TELE TOP)

Laser statt Metallstab. Seit Montag wird auf dem Säntis eine neuartige Methode des Blitzschutzes getestet. (Screenshot: TELE TOP)

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Das neuartige Blitzableitersystem wurde am Montagnachmittag auf dem Säntis präsentiert. Der 123 Meter hohe Antennenturm bei der Bergstation der Säntisbahn ist eines der am häufigsten vom Blitz getroffenen Gebäude Europas. Es ist deshalb der ideale Standort für einen Blitzableitertest. Dieser Test wird im Rahmen eines EU-weiten Forschungsprojekts von der Universität Genf durchgeführt und soll Veränderungen im Blitzschutz bringen. 

Mit dem neuen System werden mit sogenannten Ultrakurzpulslasern Blitze gezielt geleitet. So können Blitze abgefangen und an einen vordefinierten Einschlagpunkt umgeleitet werden. Wenn dieses System sich als erfolgreich herausstellt, könnten empfindliche Instalationen wie etwa Flughäfen und Industrieanlagen künftig besser vor Blitzen und ihren Folgen geschützt werden.

Denn gerade bei Hightech-Anlagen ist nicht nur die Wucht des Einschlages ein Problem sondern auch die dabei entstehenden elektomagnetischen Pulse (EMPs). Diese können elektronische Geräte beschädigen auch wenn sie nicht direkt vom Blitz getroffen wurden. Ein herkömlicher Blitzableiter kann solche EMPs nicht verhindern. Mit dem Laser-System können die Blitze zum Beispiel genug weit weg von der Elektronik gelenkt werden, um diese nicht zu beeinträchtigen. 

Die Laser-Blitzablenkanlage wird noch bis im Oktober auf dem Säntis getestet. 

Im Interview mit TELE TOP erklärt Jean-Pierre Wolf, Physikprofessor an der Uni Genf, das Projekt:

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