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Gewalt an Frauen nimmt während Corona zu: Frauenhäuser teilweise überlastet

Die Corona-Krise führt zu mehr Gewalt an Frauen und damit zu einer steigenden Anzahl schutzsuchender Frauen und Kinder. Die Frauenhäuser in der Ostschweiz gelangen daher teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen.

02.12.2020 / 18:12 / von: lpe/sbr/cno
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Die Gewalt an Frauen nimmt während der Corona-Krise zu. (Symbolbild: KEYSTONE/LUIS BERG)

Die Gewalt an Frauen nimmt während der Corona-Krise zu. (Symbolbild: KEYSTONE/LUIS BERG)

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Die belastende Corona-Situation, Homeoffice und fehlende soziale Kontakte führen in immer mehr Familien zu Gewalt. In der zweiten Corona-Welle habe die Anzahl schutzsuchender Frauen deutlich zugenommen, sagt Susan Peter vom Dachverband der Frauenhäuser in der Schweiz und in Liechtenstein. In St.Gallen ist das Frauenhaus praktisch dauerhaft voll, teilweise sogar überbelegt wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet und auch die Frauenhäuser in Zürich und Winterthur berichten gegenüber RADIO TOP von einer hohen Auslastung. In gewissen Situationen müssen andere Lösungen gesucht werden, um allen Frauen den Schutz zu bieten.

Übergangslösungen bei vollen Frauenhäusern

Eine Frau im Stich zu lassen sei keine Option, erklärt Susan Peter gegenüber RADIO TOP. Wenn die kantonalen Frauenhäuser voll sind und auch in umliegenden Kantonen kein Platz für schutzsuchende Frauen und Kinder frei ist, werden die Betroffenen in privaten Unterkünften untergebracht. Die Solidarität in der Bevölkerung sei gross, sagt Susan Peter. So bieten etwa Pensionsbesitzer Zimmer für Frauen und Kinder an.

Jedoch ist die Hilfe aus der Politik mangelhaft, gegen die fehlenden Anzahl Plätze in den Frauenhäusern und die finanziellen Herausforderungen würde seitens der Politik nur schleppend Unterstützung kommen.

Im Beitrag von RADIO TOP spricht Susan Peter über die prekäre Lage der Frauenhäuser:

audio

Fehlende Plätze sind kein neues Problem

Dass die Anzahl Plätze in den Frauenhäusern teilweise nicht ausreichen, sei schon länger bekannt. Laut Susan Peter gebe es in der Schweiz rund 400 Plätze in Frauenhäuern, die EU-Richtlinien sehen allerdings 800 Plätze vor. Dass es in der aktuellen Krisensituation zur Überlastung kommt, scheint daher naheliegend. Forderungen nach mehr Plätzen und finanzieller Absicherung seien beim Bund und den Kantonen deponiert und teilweise gebe es bereits Verbesserungen. Dennoch bleibt viel Luft nach Oben. Es könne nicht sein, dass Frauenhäuser, gerade in Krisensituationen, nur auf Spendengelder zurückgreifen können.

Weshalb die Fallzahlen häuslicher Gewalt steigen - Im Beitrag von TELE TOP: 

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