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HSG einigt sich nach Spesenaffäre mit Professor

2018 hat ein ehemaliger HSG-Professor Schlagzeilen mit missbräuchlichen Spesenbezügen gemacht. Die Freistellung und eine Strafanzeige waren die Konsequenzen. Jetzt hat sich die Uni mit dem Professor geeinigt und das Untersuchungsverfahren eingestellt.

23.09.2020 / 10:24 / von: mle
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(Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

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Die Spesenaffäre rund um die HSG kam ins Rollen, nachdem bekannt wurde, dass der Professor Peter Sester zwischen 2014 und 2018 mehr als 100'000 Franken Spesen zu viel verlangt hatte. Sester trat per Ende Januar 2020 als Professor zurück und gegen ihn wurde Strafanzeige eingereicht. Die Spesenaffäre beschäftigt seither auch die Politik im Kanton St.Gallen.

Deal beendet Spesenaffäre

Wie am Mittwoch aus einer Medienmitteilung der HSG hervorgeht, haben sich die Hochschule und der Professor geeinigt. Gemäss Vereinbarung zahlte Sester an die HSG einen Betrag von 80'000 Franken für die Jahre 2014 bis 2018 wegen Überschreitungen der Spesenordnungen.

Die HSG verzichtete im Gegenzug auf eine Weiterführung des strafrechtlichen Untersuchungsverfahrens. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Mai 2020 angekündigt, das Verfahren einstellen zu wollen. Diese Einstellung ist zwischenzeitlich rechtskräftig geworden.

Dieser Abschluss sei eine gutes Ergebnis, sagt der St.Galler Bildungsdirektor Stefan Kölliker gegenüber RADIO TOP: «Das ist ein glücklicher Abschluss. Es versteht sich von alleine, dass der Universitätsrat ein sauberes Verfahren durchziehen wollte. Das war jetzt aber nicht möglich.» Die Rückzahlung sei aber eine gute Abmachung, mit der sie zufrieden seien.

«Die HSG und Prof. Sester betrachten damit ihre Auseinandersetzung als umfassend bereinigt und erledigt. Prof. Sester kann somit seine Karriere unbehelligt fortsetzen», schreibt die Hochschule abschliessend in der Mitteilung.

Vieraugenprinzip soll Wiederholung verhindern

Um solche Fälle künftig zu verhindern, hat die HSG diverse Massnahmen eingeleitet. So wurde einerseits der Visierungsprozess für die Spesen in einer neuen Weisung klar geregelt: Diese trat per 1. Februar 2019 in Kraft und gilt nach dem «Vieraugenprinzip». Ausserdem wurde ein neues Spesenreglement eingeführt.

Weiter wurden die Kapazitäten des Rektorats erweitert. Für mehr Transparenz bei den Nebenbeschäftigungen soll ein zentrales Online-Register sorgen, welches seit dem Sommer 2019 öffentlich zugänglich ist. Neu sind Partnerschaften mit Dritten bereits ab Beträgen von 50'000 Franken pro Jahr offengelegt.

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