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HSG-Professor Rüegg-Stürm räumt seinen Dozentenposten

Johannes Rüegg-Stürm, ehemaliger Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz, zieht sich aus der Lehrtätigkeit an der Universität St. Gallen (HSG) zurück. Er reagiert damit auf Kritik im Zusammenhang mit der Affäre um den früheren Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz.

23.03.2021 / 10:18 / von: mle/sda
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Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen Schweiz, Johannes Rüegg-Stürm, tritt aus seiner Tätigkeit als HSG-Dozent zurück. (Archivbild: KEYSTONE)

Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen Schweiz, Johannes Rüegg-Stürm, tritt aus seiner Tätigkeit als HSG-Dozent zurück. (Archivbild: KEYSTONE)

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Der ehemalige Verwaltungsratspräsident der Raiffeisen Schweiz, Johannes Rüegg-Stürm, tritt als HSG-Dozent zurück. Mit diesem Schritt solle die Universität von «weiterer negativer Publizität» entlastet werden, so die HSG in einer Mitteilung. Die Universität begrüsse dieses Angebot. Auch sei bereits eine entsprechende Vereinbarung geschlossen worden, die vom Universitätsrat genehmigt worden sei.

Seinen Posten gebe er nach Beendigung des aktuellen Semesters, das heisst am 31. Juli 2021, in der Lehre (Bachelor-, Master- und Doktoratsstufe) ab.

Wie die Verantwortlichen der HSG auf den Entscheid reagieren – im Beitrag von RADIO TOP:

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Somit werde sein Beschäftigungsgrad neu auf 40 Prozent reduziert. Rüegg-Stürm bleibe weiterhin als Professor an der HSG tätig und konzentriere sich auf seine Forschungstätigkeiten sowie auf Aufgaben in der universitären Selbstverwaltung, zum Beispiel Kommissionstätigkeit.

Rüegg-Stürm war als früherer Raiffeisen-Verwaltungsratspräsident im Zusammenhang mit dem Strafverfahren gegen Ex-CEO Pierin Vincenz wiederholt in die mediale Kritik geraten. Die Aufsicht soll mangelhaft gewesen sein. So soll Rüegg-Stürm etwa die Ausflüge von Vincenz ins Rotlichtmilieu als Spesen abgesegnet haben.

Politischer Vorstoss

Die Sache beschäftigt auch den St.Galler Kantonsrat. Rüegg-Stürm habe «sämtliche exorbitanten Spesen von Pierin Vincenz einfach durchgewinkt», kritisierte die SP in einem Vorstoss. Darunter seien grosse Beträge für den Besuch von Striplokalen, aber auch Privatreisen nach New York und Dubai oder eine Rechnung für ein zerstörtes Hotelzimmer gewesen.

Die SP fragte, ob Rüegg-Stürm als Dozent angesichts des drohenden Reputationsschadens für die Universität noch tragbar sei. Im Vorstoss wurde auch Bildungsdirektor Stefan Kölliker (SVP) kritisiert. Er habe als Präsident des Universitätsrats zu wenig genaue Abklärungen in der Affäre vorgenommen.

Rüegg-Stürm war im März 2018 wegen der Affäre Vincenz als Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz zurückgetreten. Von seiner Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität St. Gallen (HSG) nahm er eine Auszeit. Er kehrte Anfang 2019 zurück. Ende 2019 verlängerte der Universitätsrat seine Professur bis 2026.

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de Roggemoser
am 24.03.2021 um 10:20
Endlich mal was positives aus der Denkfabrik HSG. Der Rücktritt war schon längst fällig.