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Innerrhoder Parlament stimmt Budget und Solarfaltdach zu

Das Innerrhoder Parlament hat am Montag das Budget 2023 mit einem Defizit von fünf Millionen Franken genehmigt. Eine Steuersenkung war kein Thema. Zudem hat der Grosse Rat ein Solarfaltdach über der Abwasserreinigungsanlage (ARA) genehmigt.

05.12.2022 / 14:47 / von: ame/sda
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Die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) hat im Juni 2020 zusammen mit der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG eine 4'000 Quadratmeter grosses Photovoltaik-Faltdach in Betrieb genommen. (Bild: SAK)

Die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) hat im Juni 2020 zusammen mit der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG eine 4'000 Quadratmeter grosses Photovoltaik-Faltdach in Betrieb genommen. (Bild: SAK)

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Appenzell Innerrhoden setzt auf Solarfaltdächer.  Der Kanton plant ein Solarfaltdach über der ARA Appenzell, um die langfristigen Kosten zu senken und die Infrastruktur an die zukünftigen Entwicklungen anzupassen, wie es in der Botschaft der Standeskommission (Regierung) heisst. Eine fix installierte Anlage komme wegen der grossen Spannbreite auf den Klärbecken der ARA nicht in Frage.

Am Montag hat der Grosse Rat einem Kredit von 980'000 Franken zugestimmt. Mit dem geplanten Faltdach sollen über der ARA Appenzell künftig rund 279'295 kWh Strom pro Jahr produziert werden. Der Anteil des Eigenverbrauchs beträgt 71 Prozent. Der überschüssige Strom soll zu Spitzenzeiten gegen eine Vergütung zurück ins Netz gespiesen werden. Die Energiekosten könnten um rund 26'000 Franken reduziert werden. Der Entscheid unterliegt dem fakultativen Referendum.

Solarstrom für Seilbahn

In Appenzell Innerrhoden werden bereits erfolgreich Solarfaltdächer eingesetzt. Die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) hat im Juni 2020 zusammen mit der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG ihr 4'000 Quadratmeter grosses Photovoltaik-Faltdach in Betrieb genommen.

Auf dem Besucherparkplatz mit 152 Parkplätzen spendet das Solarfaltdach Schatten und versorgt die Seilbahn mit lokal produziertem Solarstrom. Die jährliche Stromproduktion deckt den Bedarf von 70 Haushalten und wird vorwiegend für den Betrieb der Kronbergbahn genutzt.

19'400 kWh – so viel Strom hat das Solarfaltdach Kronberg in den schneereichen Wintermonaten Dezember und Januar 2022 produziert, wie der Lieferant der Solarmodule festhält. Das ist 4- bis 5-mal mehr als bei vergleichbaren, fixierten Photovoltaikanlagen. Möglich wird dies dank der innovativen Falttechnologie, welche die 1320 Solarpanels vor Schneebedeckung schützt.

Innerrhoder Parlament beschliesst Fünf-Millionen-Defizit

Das Innerrhoder Parlament hat am Montag das Budget 2023 mit einem Defizit von fünf Millionen Franken genehmigt. Trotz der positiven Entwicklung der Steuererträge (+2 Prozent) wird von der Standeskommission (Regierung) für das kommende Jahr ein um 8,5 Millionen Franken schlechteres Resultat als im Vorjahr erwartet.

Während auf der Aufwandseite deutliche Steigerungen etwa bei den Personalkosten oder bei den ausserkantonalen Hospitalisationen angenommen werden, fällt eine einträgliche Einnahmequelle gänzlich weg. Als Geberkanton zahlt Appenzell Innerrhoden 2023 erstmals in den Ressourcenausgleich des Nationalen Finanzausgleichs ein.

Von vielen Kantonen wird für das kommende Jahr keine Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erwartet. Die Innerrhoder Standeskommission ist optimistisch und budgetiert 5 Millionen Franken an SNB-Geldern.

«Das Budget lässt keine Freudensprünge zu. Wir können es verantworten, weil wir ein Polster haben», sagte Säckelmeister Ruedi Eberle am Montag im Rat. Die Rechnung sehe jeweils besser aus als das Budget. Zum jetzigen Zeitpunkt müsse davon ausgegangen werden, dass Innerrhoden keine SNB-Ausschüttung erhalte. «Wir wollen uns aber nicht den Vorwurf machen lassen, dass wir übervorsichtig sind», sagte Eberle.

Aufwand in der Verwaltung wächst

Die hohen Personalkosten seien auf Stellenaufstockungen zurückzuführen, und anderseits seien es Lohnmassnahmen - auch strukturelle. Im Lohnvergleich mit anderen Kantonen hinke Appenzell Innerrhoden hinten nach. Man spüre den Fachkräftemangel.

Es sei eine Tendenz, dass der Aufwand in der Verwaltung Jahr für Jahr grösser werde, sagte Landammann Roland Dähler. Auch die Einnahmenseite sei deutlich gewachsen. Mit einer Staatsquote von 20 Prozent befinde sich der Kanton auf der sicheren Seite.

Ein Antrag, das Budget 2023 zurückzuweisen und den Personalaufwand maximal um 2,5 Prozent anzuheben, wurde deutlich verworfen.

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