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Kanton St.Gallen verzichtet auf Maskenpflicht in Läden

Der Kanton St.Gallen lehnt eine Maskenpflicht in Läden ab. Eine solche hatte das Bundesamt für Gesundheit BAG den Kantonen empfohlen. Weil die Corona-Zahlen im Kanton St.Gallen zurzeit stabil sind, verzichtet die Regierung auf eine Maskenpflicht in Läden.

03.08.2020 / 09:42 / von: mco
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Aus medizinischer Sicht sei eine Maskenpflicht noch nicht nötig im Kanton St.Gallen, teilt der Kanton mit. (Symbolbild: KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Aus medizinischer Sicht sei eine Maskenpflicht noch nicht nötig im Kanton St.Gallen, teilt der Kanton mit. (Symbolbild: KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

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An keinem Tag im Juli haben sich im Kanton St.Gallen mehr als elf Personen pro Tag mit dem Coronavirus angesteckt. Damit liegen die Zahlen unter der von der Regierung vorgegebenen Marke. Der Kanton spreche sich deshalb gegen eine Maskentragepflicht aus, heisst es in einer Mitteilung des Kantons. 

Die Fallzahlen im Kanton St.Gallen seien derzeit im Vergleich zum Mai und Juni zwar wieder leicht steigend, die Entwicklung ist nach Einschätzung des Kantonsarztamtes aber stabil. Seit Anfang Juli gebe es täglich zwischen zwei und elf bestätigte Fälle verteilt auf das ganze Kantonsgebiet.

Die Zahl der Hospitalisationen liege im Kanton St.Gallen sehr tief. Auch müssen nur wenige Erkrankte auf der Intensivstation behandelt werden (null bis zwei Personen pro Tag). Die Spitäler verfügen deshalb auch über genügend Kapazitäten. In den letzten vier Wochen sind zwei Personen am Coronavirus verstorben.

Der Kanton St.Gallen liegt mit diesen Daten im Schweizer Durchschnitt. Zum Ende der Schulferien werden jedoch mehr Einwohnerinnen und Einwohner aus den Ferien zurückkehren. Deshalb könnten auch die Fallzahlen bis Ende August weiter ansteigen, heisst es in der Mitteilung weiter. Wer in einem Land mit erhöhtem Infektionsrisiko in den Ferien war, muss deshalb nach seiner Einreise umgehend zehn Tage in Quarantäne.

Maske ist zu tragen, wo es keinen Abstand gibt

Der Kanton St.Gallen teile die Auffassung, dass eine Maskenpflicht dort sinnvoll ist, wo es zu einer Häufung von Ansteckungen kommt. Der Kanton weist erneut darauf hin, dass man in Räumen, in denen man die Abstandsempfehlung von 1,5 Metern nicht einhalten kann, eine Maske tragen soll.

Falls die Fallzahlen deutlich ansteigen, könnte die Regierung jedoch weitere Einschränkungen wie die vom BAG empfohlene allgemeine oder regionale Maskentragepflicht beschliessen. Weitere Massnahmen wären unter anderem eine zusätzliche Beschränkung der maximalen Besucherzahl bei Veranstaltungen und Einschränkungen bei Besuchen in Pflege- und Altersheimen.

Schulen ohne Maskenobligatorium

Auch in den St.Galler Schulen (Volksschule, Berufs- und Weiterbildungszentren, Mittelschulen und Hochschulen) führt der Kanton zum Schulbeginn nächste Woche keine Maskenpflicht ein. Wo Abstände nicht eingehalten werden können, soll man sich mit einer Maske schützen.

Würde sich eine Schülerin oder ein Schüler mit dem Coronavirus anstecken, stellt der Kanton die im gleichen Haushalt lebenden Personen (Erwachsene und Kinder) unter Quarantäne. Die anderen Schülerinnen und Schüler derselben Klasse und die Lehr- und Betreuungsperson werden nicht unter Quarantäne gestellt. Die Schulen müssen keine weiteren Massnahmen umsetzen.

Infizieren sich zwei oder mehr Schülerinnen und Schüler in einem Abstand von weniger als zehn Tagen in derselben Klasse, stellt der Kanton die gesamte Klasse inklusive den Lehrpersonen unter Quarantäne. In diesem Falle würde der Unterricht nach Möglichkeit im Fernunterricht weitergeführt.

Contact Tracing zeigt Ansteckungsmuster

Das Team des Contact Tracing hat im Juli 221 positiv getestete Personen, die in Isolation, und 871 Personen, die in Quarantäne mussten, telefonisch betreut.

Die Daten aus dem Contact Tracing zeigen, dass sich über ein Drittel der erkrankten Personen bei Familienmitgliedern und Verwandten ansteckt. Offenbar halten die Personen im privaten Umfeld die Abstands- und Hygieneempfehlungen weniger konsequent ein. Ein weiteres Drittel der Personen infiziert sich in den Ferien. 20 Prozent davon haben sich in einem Land mit erhöhtem Infektionsrisiko angesteckt, sieben Prozent in anderen Ländern und weitere sieben Prozent während den Ferien in der Schweiz. Bei einem Viertel ist unklar, wo sich die betroffenen Personen angesteckt haben.

Aktuell 482 Personen nach Ferien in Quarantäne

Seit dem 6. Juli 2020 müssen sich Personen, die in Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko reisen, nach ihrer Rückkehr registrieren und sich zehn Tage in Quarantäne begeben. Bis jetzt haben sich im Kanton St.Gallen 1'807 Rückreisende gemeldet. Die Zahl steige exponentiell an, was zeige, dass die Registrationspflicht zunehmend eingehalten wird.

Der Kanton erhält vom Bund auch regelmässig Hinweise auf Personen, die sich registrieren sollten. Das Team des Contact Tracing kontaktiert diese Personen nach Stichproben. Haben sie sich nicht registriert und sind nicht in Quarantäne, erfolgt eine Meldung an das Gesundheitsdepartement. Dieses kann per Verfügung eine Busse aussprechen. Bis jetzt sprach der Kanton noch keine Bussen aus.

Kontrollen durch Gemeinden und Kanton

Der Kanton St.Gallen und die Gemeinden kontrollieren gemeinsam, ob die Schutzkonzepte der Unternehmen eingehalten werden. Seit dem 14. Juli 2020 muss der Kanton die Kontrolldaten wöchentlich an das Bundesamt für Gesundheit (BAG) liefern. Seit diesem Datum haben Kanton und Gemeinden zusammen knapp 200 Kontrollen durchgeführt und dabei rund 30 Mängel festgestellt. Baustellen und Industriebetriebe werden separat durch die SUVA kontrolliert.

Die meisten Verstösse fanden in Coiffeur- und Barbiergeschäften statt. Handlungsbedarf besteht teilweise auch im Detailhandel, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen nicht immer eingehalten wird. Auch in der Gastronomie und bei Veranstaltungen gab es Mängel. Beispielsweise haben Betriebe die Abstandsvorgaben nicht eingehalten oder die Kontaktdaten nicht korrekt aufgenommen.

Grundsätzlich würde sich aber die Mehrheit der Betriebe an die Schutzkonzepte halten.

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Fabian
am 05.08.2020 um 14:50
Nur weil man noch keine Maskenpflicht einführen muss, heisst nicht das man als gutes Vorbild voraugehen könnte.
Davide
am 05.08.2020 um 11:25
Wie unverständlich müssen die einten sein?
Peter Muster
am 03.08.2020 um 12:15
Richtige Entscheidung!!! Der Coronavirus ist viel weniger ansteckend als eine Wintergrippe. Die vom Bund getroffenen Massnahmen waren zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigt. Man braucht bloss die Grippetoten-Statistiken der letzten Jahre zu studieren. Die Regierung hat uns verarscht!
Christian W.
am 03.08.2020 um 10:19
Eine Ohrfeige für alle die mit Hygienemaske einkaufen gehen. Ich schäme mich für den Kanton, schon aus dem Grund; ich sehe ein älteres Ehepaar mit Hygienemaske einkaufen und sie schützen sich nicht mal selbst damit, sondern die Mehrheit die keine trägt. Für mich Körperverletzung...