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Künftig doch kein OP-Betrieb mehr im Spital Rorschach

Der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde hat entschieden, auch nach der Corona-Pause in Rorschach keine Operationen mehr durchzuführen. In Flawil soll hingegen der Betrieb nach den Sommerferien wieder starten.

06.07.2020 / 08:19 / von: mle/sda
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Nach den Sommerferien wird im Spital Rorschach nicht mehr operiert. (Symbolbild: pixabay.com/mariobrun)

Nach den Sommerferien wird im Spital Rorschach nicht mehr operiert. (Symbolbild: pixabay.com/mariobrun)

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Letzte Woche hatten Mitglieder der SP-Fraktion im Kantonsrat in einem Vorstoss den Verwaltungsrat der Spitalverbunde kritisiert, weil in den Spitälern in Flawil und Rorschach auch nach der Corona-Pause nicht mehr operiert werde. Dabei gehe es um präjudizierende Entscheide vor der Debatte über die Spitalstrategie in der kommenden Septembersession.

Am Montag hat nun der Verwaltungsrat in einem Communiqué bekanntgegeben, dass in Rorschach keine Operationen mehr stattfinden werden. Als Gründe nannte das Gremium Unsicherheiten wegen der Entwicklung der Pandemie, sowie die personelle und infrastrukturelle Ausgangslage mit der Nähe zum Kantonsspital in St.Gallen.

Beschleunigte negative Entwicklung

Im Spital Flawil werde aber trotz der schwierigen Ausgangslage der Operationsbetrieb nach den Sommerferien in reduziertem Umfang wiederaufgenommen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Zur Bewältigung der Pandemie sei medizinisches Personal von Flawil und Rorschach nach St.Gallen verlegt worden. Die seit Jahren festzustellende negative Entwicklung an den beiden Standorten habe sich in der letzten Zeit nochmals beschleunigt.

Die Abnahme der Fallzahlen erschwere an den beiden Spitälern zunehmend die Aufrechterhaltung eines ordentlichen Spitalbetriebs im bisherigen Umfang. Dies gelte vor allem für den 24-Stunden-Betrieb während sieben Tagen in der Woche.

Unsicherheit beim Personal

Es werde immer schwieriger, Abgänge beim Personal zu verhindern oder Mitarbeitende zu ersetzen. Die grosse Belastung wegen der unsicheren Situation sei in persönlichen Gesprächen mit der Belegschaft bestätigt worden. Der Verwaltungsrat nehme diese Warnsignale ernst. Durch die beiden Entscheide solle dem vor Ort beschäftigten Personal «die benötigte Planungssicherheit gegeben werden».

Die für die Spitalstrategie zuständige Kommission des Kantonsrats sei letzte Woche über die Überlegungen des Verwaltungsrats «vorab informiert» worden, erklärte Felix Sennhauser, Verwaltungsratspräsident der Spitalverbunde, auf Anfrage von Keystone-SDA. Der Entscheid sei dann am Samstag der Gesamtregierung unterbreitet worden, die ihn mittrage.

Dem Personal, das von der Aufgabe der Operationstätigkeit in Rorschach betroffen sei, werde eine Stelle im Kantonsspital oder in einem anderen Spital des Verbunds angeboten. Kündigungen würden keine ausgesprochen. Es gebe ja einen Personalmangel, so Sennhauser.

Im Kanton St.Gallen sollen in den nächsten Jahren im Rahmen der Spitalstrategie fünf von neun Spitälern geschlossen werden und in medizinische Notfallzentren umfunktioniert werden. Dagegen wehren sich die betroffenen Standortgemeinden vehement. In der September-Session muss sich der Kantonsrat mit der Spitalstrategie befassen.

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