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Ostschweiz: Kurzarbeit in historischem Ausmass – aber wirkungsvoll

In der Ostschweiz hat bisher Kurzarbeit in historischem Ausmass eine hohe Arbeitslosigkeit verhindert. Die Mehrheit der Unternehmen rechnet aktuell nicht mit einem hohen Personalabbau. Dies zeigt eine Untersuchung der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell.

13.04.2021 / 12:15 / von: sda/mma
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Die von der IHK St.Gallen-Appenzell befragten Unternehmen in der Ostschweiz rechnen erst ab dem zweiten Halbjahr mit einem wirtschaftlichen Aufschwung. (Symbolbild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Die von der IHK St.Gallen-Appenzell befragten Unternehmen in der Ostschweiz rechnen erst ab dem zweiten Halbjahr mit einem wirtschaftlichen Aufschwung. (Symbolbild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie seien in der Ostschweiz rund 26 Millionen Ausfallstunden über die Kurzarbeit abgerechnet worden, heisst es in der Mitteilung der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell (IHK) vom Dienstag. Dies seien mehr als eineinhalb Mal so viele Stunden wie im Zeitraum von 2004 bis Februar 2020.

Ende Januar 2021 waren rund 7,3 Prozent aller Arbeitnehmenden in der Kernregion Ostschweiz für Kurzarbeit angemeldet. Damit liege die Region zwar unter dem landesweiten Mittel. Die Zahlen hätten aber trotzdem ein historisches Ausmass: Während der Finanzkrise - dem letzten grossen Wirtschaftseinbruch - seien die Werte deutlich tiefer gelegen.

Zu hohe Personalbestände

In der Ostschweiz kämpften bis heute neun von zehn Unternehmen «mit starken coronabedingten Erschwernissen», heisst es in der Mitteilung. Wegen der markant eingebrochenen Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen liege der Personalbestand zu hoch.

Bisher habe aber dieser Druck nicht auf die Arbeitslosigkeit durchgeschlagen. Die Arbeitslosenquote liege in der Ostschweiz mit aktuell 2,7 Prozent nur leicht über dem langfristigen Durchschnitt von 2,5 Prozent. «Das Instrument der Kurzarbeit hat während der Coronakrise seine volle Wirkung am richtigen Ort und zur richtigen Zeit entfaltet», wird Markus Bänziger, Direktor der IHK St.Gallen-Appenzell, in der Mitteilung zitiert.

Erholung erwartet

Die Einschätzung der Unternehmen zur aktuellen Geschäftsentwicklung sei nicht euphorisch, «aber stabil und verhalten optimistisch». Eine Umfrage zeige, dass einige Firmen zwar über einen zu hohen Personalbestand verfügten, die Mehrheit aber unmittelbar nicht mit einem grösseren Personalabbau rechne.

Entscheidend werde sein, wann wieder ein spürbarer wirtschaftlicher Aufschwung folge. Die befragten Unternehmen rechnen damit frühestens ab dem zweiten Halbjahr 2021. Eine leichte Erholung könnte aber bereits im zweiten Quartal einsetzen. Wachstumsimpulse kämen vor allem aus der Industrie, die von positiven Entwicklungen in Asien sowie in den USA profitierten. Damit dürfte sich die angespannte Lage am Arbeitsmarkt teilweise entschärfen, so die IHK.

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