Pull down to refresh...
zurück

Schwellbrunn AR: Corona-Positiver geht an Hochzeitsparty mit über 200 Gästen

Im Ausserrhoder Dorf Schwellbrunn ist es zu einem rasanten Fall-Anstieg gekommen. Laut Regierung soll eine Hochzeitsgesellschaft mit über 200 Personen Schuld daran sein. Ein Hochzeitsgast soll trotz Corona-Symptomen an der Feier teilgenommen haben. Im Ausserrhoder Kantonsrat sind die Gemüter gespalten.

26.10.2020 / 17:45 / von: mle/cgr
Seite drucken Kommentare
1
Gesundheitsdirektor Yves Noël Balmer und Kantonsärztin Franziska Kluschke am Montag vor den Medien. (Bild: RADIO TOP/Céline Greising)

Gesundheitsdirektor Yves Noël Balmer und Kantonsärztin Franziska Kluschke am Montag vor den Medien. (Bild: RADIO TOP/Céline Greising)

Im Ausserrhoder Dorf Schwellbrunn ist es zu einem rasanten Fall-Anstieg gekommen. Schuld ist eine Hochzeitsgesellschaft mit über 200 Gästen. (Symbolbild: Pixabay.com/shapkasushami)

Im Ausserrhoder Dorf Schwellbrunn ist es zu einem rasanten Fall-Anstieg gekommen. Schuld ist eine Hochzeitsgesellschaft mit über 200 Gästen. (Symbolbild: Pixabay.com/shapkasushami)

1
Schreiben Sie einen Kommentar

Am Montag hat die Ausserrhoder Regierung zu einer Medienkonferenz einberufen. Der Grund: Ein massiver Anstieg der Fälle in Schwellbrunn. 

«In Schwellbrunn hat eine Hochzeit mit über 200 Gästen stattgefunden. Ein Gast soll positiv an der Veranstaltung teilgenommen haben. Abstand- und Hygienemassnahmen wurden nicht eingehalten.» Das Contact Tracing befand sich  laut Gesundheitsdirektor Yves Noël Balmer auf einem Blindflug . Erst zwei Wochen nach der Hochzeit haben wir zufälligerweise von dem Event erfahren», sagte Gesundheitsdirektor Yves Noël Balmer vor den Medien. 

Einige Gäste hätten später auch noch am Oktoberfest teilgenommen. Balmer sei «entsetzt und verärgert» über dieses Verhalten. Nun würden einzelne Verzeigungen geprüft.

RADIO TOP war bei der Medienkonferenz dabei:

audio 


Versorgungskapazität wird kleiner

Laut Balmer könne man sich einen Anstieg der Fälle nicht mehr leisten. «Wir haben aktuell 60 Spitalbetten, diese können aber auf 162 ausgebaut werden. Es gibt sechs Intensivpflegeplätze, aber nur drei haben Beatmungsgeräte.» Danach müssen Patienten ins Kantonsspital St.Gallen verlegt werden. Gemäss Kantonsärztin Franziska Kluschke hat es in St.Gallen 55 betreute Intensivbetten, davon 46 mit Beatmungsmöglichkeiten. Sollten die Fälle auch in St.Gallen steigen, würden die Versorgungskapazitäten kleiner werden. 

Zweithöchste Alarmstufe erreicht 

Der Kanton hat am Sonntag die Massnahmen nochmals verschärft. Unter anderem herrscht an öffentlichen Veranstaltungen, Märkten sowie öffentlich zugänglichen Innenräumen und Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben eine Maskenpflicht. Weiter sind Veranstaltungen mit über 50 Personen verboten.

Laut Balmer hätte man die Massnahmen am Sonntag beschlossen, weil der Kanton Ende letzter Woche die zweithöchste Alarmstufe erreicht hat. «Wir können nicht zuwarten, bis der Bund am Mittwoch neue Massnahmen beschliesst. Deshalb haben wir uns am Samstag zu einer ausserordentlichen Sitzung getroffen», sagte Gesundheitsdirektor Balmer. Die Massnahmen würden erst in zehn bis 14 Tagen Wirkung zeigen.

Gespaltene Gemüter im Ausserrhoder Kantonsrat

Der SP Kantonsrat Beat Landolt ist schockiert über diesen Vorfall. In der Corona-Krise müssten alle die Corona-Regeln einhalten. Das Verhalten des Brautpaars sei «verantwortungslos». Es seien in diesem Fall laut Landolt beide beteiligten Parteien in der Pflicht: Sowohl das Brautpaar als auch die Gäste.

Weniger überrascht ist die bürgerliche Seite. In der Bevölkerung habe es immer zwei Lager gegeben, so FDP Kantonsrat Walter Schmidli. «Es hat immer das eine Lager gegeben, welches sagte, dass das Coronavirus nicht so schlimm ist. Und dieses Lager ist zahlenmässig in Schwellbrunn sicherlich nicht klein.» Das sei schon eine Basis für einen solchen Super-Spreaderevent. Die SVP drückt ihr Mitleid für das Brautpaar aus.

In einer ersten Version dieses Artikels wurde davon gesprochen, dass ein Gast trotz positivem Test an der Feier teilnahm. Dies ist falsch. Die Person nahm trotz Symptomen teil, der Test wurde erst im Nachhinein gemacht.

Beitrag erfassen

Mas
am 28.10.2020 um 15:08
Leider gibt es auch in Grosseltern 'Hochrisiko' die im Früling, panisch Abstand hielten mit Familie der Tochter, im gleichen Haus wohnend. Tochter teilweise & Schwiegersohn gehn arbeiten. Enkelin (2) wid jetzt von Hochrisiko Grosi & Grossvater betreut. Als ich sie darauf ansprach sagten sie nur, andere machen es auch so! Grosi & Tochter gehen zusammen einkaufen was sie im Frühling auch nicht machten. Ich finde dieses Verhalten unverantwortlich! Ich selber halte die Massnahmen bin alleine und meine Familie schützt mich, indem sie nur Tel Kontakt haben mit mir. Der Bundesrat sollte auch hier ein Machtwort sprechen.