Pull down to refresh...
zurück

Sexuelle Übergriffe in Schweizer Asylunterkünften

In Asylunterkünften ist es vermehrt zu sexuellen Übergriffen an Flüchtlingsfrauen gekommen. Acht Frauen wurden seit 2015 allein in Bundeszentren Opfer sexueller Gewalt, schreibt der Sonntagsblick. Vier davon wurden von Mitarbeitern missbraucht. Auch in der Ostschweiz wurden Fälle gemeldet.

24.12.2017 / 13:51 / von: cde
Seite drucken Kommentare
0
Symbolbild: pixelio.de/Sokaeiko

Symbolbild: pixelio.de/Sokaeiko

0
Schreiben Sie einen Kommentar

«Viele Betroffene schweigen über die erlebte Gewalt», sagt die Ärztin Fana Asefaw gegenüber dem «Sonntagsblick». Asefaw arbeitet am Ambulatorium der Privatklinik Clienia in Winterthur ZH. Sie brauche viel Zeit, um ein Vertrauensverhältnis zu den Frauen aufzubauen. Aber wenn sie erzählen, müsse sie sich «furchtbare Dinge» anhören. Der Oberarzt des Ambulatoriums für Folter- und Kriegsopfer am Unispital Zürich sagt gegenüber dem «Sonntagsblick», dass insbesondere Frauen belästigt werden, die ohne Ehemann in der Schweiz sind.

Die Opfer trauen sich auch nicht, Strafanzeige zu erheben. Trotzdem bestätigt der Bund: Fälle von sexueller Gewalt kommen vor. In den letzten drei Jahren wurden acht Fälle registriert. Vier Frauen wurden von Mitarbeitern missbraucht. Doch sämtliche Opfer hatten Angst, Strafanzeige einzureichen. Justizverfahren blieben deshalb aus. Die vier beteiligten Mitarbeiter sind jedoch nicht mehr in den Bundesasylzentren beschäftigt.

Auch in der Ostschweiz ist es zu sexuellen Übergriffen gekommen. Die Sozialarbeiterin beim Zentrum für Psychotraumatologie Gravita in St.Gallen Yvonne Leist spricht von zwei Fällen. Sie geht jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare