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Silvesterchläuse ziehen durchs tief verschneite Appenzellerland

Im tief verschneiten Appenzellerland haben die Silvesterchläuse am Samstag den alten Silvester gefeiert. Schellend und singend wünschten sie den Einheimischen ein gutes neues Jahr.

12.01.2019 / 13:52 / von: sbr/sda
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Den ganzen Tag sind die Silvesterchläuse unterwegs. (Screenshot: Keystone-SDA)

Den ganzen Tag sind die Silvesterchläuse unterwegs. (Screenshot: Keystone-SDA)

Je nach Wetterverhältnis sind die Silvesterchläuse als schöne, schönwüste oder wüste unterwegs. (Screenshot: Keystone-SDA)

Je nach Wetterverhältnis sind die Silvesterchläuse als schöne, schönwüste oder wüste unterwegs. (Screenshot: Keystone-SDA)

Um den Menschen ein glückliches neues Jahr zu wünschen, gehen die Silvesterchläuse von Haus zu Haus. (Screenshot: Keystone-SDA)

Um den Menschen ein glückliches neues Jahr zu wünschen, gehen die Silvesterchläuse von Haus zu Haus. (Screenshot: Keystone-SDA)

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Im Appenzellerland endet das Jahr zweimal, nämlich am 31. Dezember und am 13. Januar, dem alten Silvester, der im Hinterland gefeiert wird. Weil das Chlausen nach alter Tradition an Sonntagen verboten ist, waren die Schuppel (Gruppen) heuer einen Tag früher unterwegs.

Wie die schönen, schönwüsten und wüsten Schuppel im tiefen Schnee unterwegs sind, ist im Video zu sehen: 

video

Touristen als Zaungäste
Als Zaungäste mit dabei waren wie jedes Jahr zahlreiche Touristinnen und Touristen, die sich das ungewöhnliche Spektakel trotz rekordhoher Schneemengen nicht entgehen lassen wollten. Bei dem wechselhaften Wetter waren sowohl schöne, schönwüste und wüste Schuppel (Gruppen) zu sehen.

Die Kostümierten zogen über die tief verschneiten Hügel und durch die Dörfer. Die reich verzierten Hüte und Hauben, welche zum Symbol für den alten Winterbrauch geworden sind, werden nur bei trockenem Wetter getragen.

Denn bei Schnee oder Regen nehmen die in hunderten Freizeitstunden gebastelten Kopfbedeckungen Schaden. Plastikhauben waren nur vereinzelt zu sehen. Ein solcher Schutz ist bei alteingesessenen Silvesterchläusen verpönt.

Deshalb gehen sie bei schlechtem Wetter als «Wüste» oder «Schönwüste» und tragen Gewänder aus Tannenzweigen, Blättern, Efeuranken oder Holzwolle. Die Köpfe stecken unter furchterregenden Masken.

Gute Wünsche fürs neue Jahr
Ob «Wüste» oder «Schöne» - das Ritual ist stets dasselbe. Von früh morgens bis in die Nacht hinein ziehen die Silvesterchläuse von Hof zu Hof. In flottem Tempo eilen sie hintereinander über Strassen, Wege und Wiesen.

Der «Vorrolli» kündigt die Gruppe an, die Bewohner versammeln sich. Wenn auch der «Noerolli» angekommen ist, schellen und rollen die Männer und machen einen «heiden» Lärm. Dann stimmen sie ein «Zäuerli» an, einen wortlosen Appenzeller Naturjodel. Eine andächtige, fast mystische Stimmung kommt auf.

Das Ritual wiederholt sich üblicherweise drei Mal. Anschliessend wünschen die Chläuse den Hausbewohnern ein gutes neues Jahr. Es wird geplaudert und gelacht und die Gastgeber flössen den Chläusen mit Hilfe eines Schlauches durch den Mundschlitz der Masken Getränke ein - meist Wein oder Glühwein.

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