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St.Galler Regierung hält an Spitalschliessungen fest

Die St.Galler Regierung ist weiterhin von der Notwendigkeit der Strategie «4plus5» überzeugt. Sie hat die Strategie aber in mehreren Punkten angepasst. Für den Standort Walenstadt will die Regierung weitere Abklärungen treffen.

27.02.2020 / 09:00 / von: mle
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Die St. Galler Regierung stellt die neue Spitalstrategie vor. (Bild: RADIO TOP)

Die St. Galler Regierung stellt die neue Spitalstrategie vor. (Bild: RADIO TOP)

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Am Donnerstag hat die St.Galler Kantonsregierung ihre definitive Botschaft zur Spitalstrategie präsentiert.

Das Wichtigste in Kürze

Die Regierung hat die Strategie «4plus5» in mehreren Kernpunkten angepasst. So sollen die Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ) durch die niedergelassene Ärzteschaft geplant und geführt werden. Über die Ausgestaltung des Spitals Walenstadt soll die Politik zudem erst 2024 endgültig entscheiden, da zuerst Fragen in Bezug auf die Eingaben der Kantone Graubünden und Glarus zu klären sind. Der Standort Wattwil wiederum soll zu einem Kompetenzzentrum für spezialisierte Pflege werden und das GNZ ergänzen.

An der Strategie «4plus5» hält die Regierung weiterhin fest. Demnach soll das stationäre Angebot an den vier Mehrspartenspitälern Grabs, Uznach, Wil und St.Gallen konzentriert werden. Gleichzeitig soll die Bevölkerung mit den Gesundheits- und Notfallzentren Altstätten, Wattwil, Flawil, Rorschach und Walenstadt weiterhin an 365 Tagen im Jahr während 24 Stunden eine Anlaufstelle in Notfallsituationen haben.

Worum es geht

Viele Spitäler in der Schweiz stehen vor grossen finanziellen Herausforderungen, so auch die St.Galler Spitalverbunde. Mit der Weiterentwicklung der Spitalstrategie will die Regierung darauf reagieren. Würden die derzeitigen Strukturen nicht angepasst, drohen laut Regierung jährlich hohe Verluste im zweistelligen Millionenbereich. Diese Fehlbeträge müsste der Kanton durch Bezüge aus dem Eigenkapital, durch Leistungskürzungen in anderen Staatsaufgaben oder durch Steuereinnahmen auffangen.

Die Regierung des Kantons St.Gallen hat deshalb 2018 ein Projekt zur Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde initiiert. Damit will die Regierung für eine optimale Patientenversorgung sowie unternehmerische Sicherheit für die Spitäler sorgen.

Die Vorschläge lösten hitzige Diskussionen und Proteste an den betroffenen Standorten aus. Sie schlugen sogenannte «MedPlus»-Spitäler vor. Diese sollten in Zusammenarbeit mit den regionalen Ärzten rund um die Uhr betrieben werden und über einen Operationssaal für ambulante Eingriffe sowie über mehreren Dutzend Betten verfügen. Je nach Standort sollten regionalspezifische Zusatzangebote wie zum Beispiel Akutgeriatrie oder Palliativmedizin angeboten werden.

So geht es weiter

Die Regierung hat die Botschaft zur Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde nun an den Kantonsrat überwiesen. Dieser berät die Vorlage voraussichtlich in der Aprilsession und in zweiter Lesung in der Sondersession im Mai. Die Bevölkerung wird voraussichtlich im Herbst/Winter 2020 über die dafür notwendigen Gesetzesbeschlüsse abstimmen

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