Pull down to refresh...
zurück

St.Galler Spitäler machen trotz Corona-Hilfsgeldern einen Millionen-Verlust

Die St.Galler Spitalverbunde schliessen das Corona-Jahr 2020 mit einem Verlust von rund 70 Millionen Franken ab. Die Pandemie hat die Situation für die St.Galler Spitäler markant verändert.

03.03.2021 / 10:11 / von: sda/asl
Seite drucken Kommentare
0
Das Kantonsspital St.Gallen weist 2020 ein Minus von 22,1 Millionen Franken auf. (Archivbild: RADIO TOP/Marija Lepir, August 2018)

Das Kantonsspital St.Gallen weist 2020 ein Minus von 22,1 Millionen Franken auf. (Archivbild: RADIO TOP/Marija Lepir, August 2018)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Die Jahresrechnungen der vier St.Galler Spitalverbunde haben insgesamt mit einem Minus von 70,3 Millionen Franken abgeschlossen. Bereits eingerechnet sind Entschädigungen des Kantons für die Ausfälle während des Shutdowns in der Höhe von 34,4 Millionen Franken.

Der gesamte Umsatz aller vier Spitalverbunde lag 2020 bei 1,24 Milliarden Franken. Das sind 44 Millionen weniger als im Vorjahr. Der Verlust beträgt 70,3 Millionen Franken, budgetiert gewesen war ein Defizit von 35,5 Millionen Franken.

Die schwierige finanzielle Zukunft der St.Galler Spitalverbunde im Beitrag von RADIO TOP:

audio

Die Einnahmeausfälle wegen des vom Bundesrat verfügten Behandlungsverbots während des ersten Shutdowns im Frühjahr sind vom Kanton mit 34,4 Millionen Franken zumindest teilweise entschädigt worden. Rechnet man diese Zuschüsse weg, würde der effektive Verlust sogar 104,7 Millionen Franken betragen.

Unbefriedigendes Ergebnis

Verwaltungsratspräsident Felix Sennhauser nannte das Ergebnis an der Medienorientierung vom Mittwoch «unbefriedigend und enttäuschend». Die strukturellen Probleme der Spitalverbunde seien durch die Covid-Phase verstärkt worden. Die Entschädigung des Kantons habe nur die Ausfälle von Behandlungen der Grundversicherten betroffen. Dies erkläre den deutlichen Einbruch im Vergleich zum Budget.

Die Abschlüsse der einzelnen Spitalverbunde fielen unterschiedlich aus: Das Kantonsspital St.Gallen weist ein Minus von 22,1 Millionen Franken aus, die Spitalregion Rheintal Werdenberg-Sarganserland eines von 24,8 Millionen Franken. Das Spital Linth schloss mit einem Defizit von 13,4 Millionen Franken ab, für die Spitalregion Fürstenland Toggenburg resultierte ein Aufwandüberschuss von 10 Millionen Franken.

Bei den Begründungen für die verschiedenen Jahresabschlüsse geht es nicht immer nur um die Pandemie: In der Rechnung der Region Rheintal Werdenberg-Sarganserland ist eine Sonderabschreibung von 8,96 Millionen Franken für das aufgelaufene Bauprojekt am Standort Altstätten enthalten. Beim Spital Linth wirkte sich vor allem der Rückgang der stationären Frequenzen aus.

Die Spitalverbunde rechnen für 2021 mit einem Verlust von insgesamt 42,3 Millionen Franken und einer EBITDA-Marge von 2,4 Prozent. Prognosen seien allerdings schwierig, hiess es dazu. Die Entwicklung sei vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängig.

Zu dünne Eigenkapitalbasis

Seit 2019 hätten alle vier Mitglieder des Verbunds negativ abgeschlossen, stellte Sennhauser fest. Die Jahresergebnisse seien sukzessive schlechter geworden. Das habe nichts zu tun mit Schwarzmalerei. Die Eigenkapitalbasis von drei der vier Spitalverbunde müsse wegen der sich abzeichnenden Defizite in den nächsten Jahren voraussichtlich gestärkt werden. Mit dem Kanton hätten die Diskussionen darüber bereits begonnen.

Es brauche eine Restrukturierung des Spitalangebots, um für schwierige Situationen wie aktuell der Pandemie gerüstet zu sein. Dieser Schritt sei dank den Entscheiden des Kantonsrats, die Spitäler in Altstätten, Flawil, Rorschach und Wattwil zu schliessen, nun möglich, stellte der Verwaltungsratspräsident fest.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare