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St.Galler Waffenhändler lernte seinen Käufer auf dem Flohmarkt kennen

Ende 2017 ist die Kantonspolizei St.Gallen einem mutmasslichen Waffenhändler aus Degersheim auf die Schliche gekommen. Er soll am grenzüberschreitenden Waffenhandel nach Österreich beteiligt gewesen sein. Die Anklageschrift bringt nun neue Details zum Fall ans Licht.

21.05.2019 / 13:53 / von: meg/sfa
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Ein Teil der Munition, die beschlagnahmt wurde beim Mann in Degersheim (Bild: Kantonspolizei St.Gallen)

Ein Teil der Munition, die beschlagnahmt wurde beim Mann in Degersheim (Bild: Kantonspolizei St.Gallen)

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Ende 2017 beschlagnahmte die Kantonspolizei St.Gallen bei einer Hausdurchsuchung in Degersheim über 280 Waffen, über 100'000 Schuss Munition und über 1,3 Millionen Franken. Zuvor hatte die Polizei monatelang ermittelt, auch über die Landesgrenzen hinaus. Denn die Spuren des mutmasslichen Waffenhändlers aus Degersheim führen auch nach Österreich.

Nach monatelangen Ermittlungen wird dem mutmasslichen Waffenschmuggler im September 2019 der Prozess gemacht. RADIO TOP hat in diesem Zusammenhang die Anklageschrift zum Fall erhalten. Daraus werden die Hintergründe des mutmasslichen länderübergreifenden Waffenschmuggler-Rings in der Ostschweiz und Österreich bekannt. 

Die Anklagepunkte lauten: Mehrfache Gefährdung der öffentlichen Sicherheit mit Waffen, versuchte Gefährdung der öffentlichen Sicherheit mit Waffen, mehrfaches Vergehen gegen das Waffengesetz und mehrfache Übertretung gegen das Waffengesetz. Dem Mann drohen bis zu drei Jahren Haft und eine Busse. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine zweijährige Haftstrafe und eine Busse von 8'000 Franken.

Laut der Anklageschrift hat der Mann aus Degersheim an einem Flohmarkt in Werdenberg einen Mann aus Österreich kennengelernt. Zwischen den beiden Männern kam es in der Folge zu mindestens einem Dutzend Treffen. Der Degersheimer hat dem Mann aus Österreich dabei mindestens fünf Pistolen verkauft und ihm weitere zum Verkauf angeboten. Der Beschuldigte müsse sich dabei bewusst gewesen sein, dass die Waffen auf dem Schwarzmarkt landen könnten und somit für Straftaten gebraucht werden könnten, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. 

Woher die Waffen stammten, die der Mann aus Degersheim verkauft hat, ist weiterhin unklar. Unter den beschlagnahmten Waffen sind Pistolen, diverse verschiedene Gewehre und Schalldämpfer. Die Waffen waren in der ganzen Wohnung des 62-jährigen Mannes verteilt und frei zugänglich. Für mindestens 20 der Waffen fehlte ihm die Bewilligung. 

Neben den Waffen hat die Polizei beim mutmasslichen Waffenschieber aus Degersheim auch 1,3 Millionen Franken beschlagnahmt. Dieses beschlagnahmte Geld soll der Beschuldigte zurückbekommen. Der Prozess gegen den mutmasslichen Waffenhändler findet Anfang September vor dem Kreisgericht Wil statt.

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