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Unbekannte zerstören hundert Regenbogenfahnen in Buchs SG

Unbekannte Vandalen haben in der Nacht auf Montag in Buchs SG über hundert Regenbogenfahnen abgerissen und zerstört. Die Fahnen waren zum Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie vom Montag aufgehängt worden. LGBTQ-Organisationen reichten Strafanzeige ein. Allgemein werden die gemeldeten Übergriffe auf LGBTQ-Menschen nicht weniger.

17.05.2021 / 14:14 / von: jis/sda/nst
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Unbekannte Vandalen haben in der Nacht auf Montag in Buchs SG über hundert Regenbogenfahnen abgerissen und zerstört. (Symbolbild: pixabay.com/SatyaPrem)

Unbekannte Vandalen haben in der Nacht auf Montag in Buchs SG über hundert Regenbogenfahnen abgerissen und zerstört.(Symbolbild: pixabay.com/SatyaPrem)

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Zu den Vandalenakten kam es entlang der Bahnhofstrasse, wie das Sozialwerk LGBT mitteilte. Die Fahnen hatten Freiwillige aufgehängt. Bei gleichen Aktionen in St.Gallen, Chur und Schaan gab es keine Zerstörungen.

Gerade am Tag gegen die Diskriminierung sei es schockierend, dass Aktionen dagegen gestört würden, schrieben Sozialwerk LGBT, Lesbenorganisation Schweiz und Pink Cross in einem Communiqué. An manchen Orten zeige sich, dass die Gesellschaft nicht so aufgeschlossen ist, wie behauptet wird.

Massnahmen gegen den Hass auf LGBTQ-Menschen (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Queer) seien dringend nötig. Das Zerstören der Fahnen sei ein schlimmer Angriff auf die LGBTQ-Gemeinschaft. Die Politik dürfe die Augen nicht länger verschliessen.

Am Nachmittag reisten Sozialwerk-Mitglieder aus Chur an und hängten in Buchs neue Flaggen auf. 

Mehr als ein Hass-Übergriff pro Woche auf LGBTQ-Menschen

Währendessen melden diverse Organisationen mehr Übergriffe. Trotz der Covid-19-Pandemie mit all ihren Folgen ist die Zahl der Hass-Übergriffe auf LGBTQ-Menschen in der Schweiz 2020 nicht zurückgegangen. Die Helpline der entsprechenden Organisationen verzeichnete 61 körperliche oder verbale Angriffe, also mehr als einen pro Woche.

Wegen körperlicher Angriffe gingen 18 Prozent der Meldungen ein, wie Pink Cross und die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie vom Montag mitteilten. Das ist ein Rückgang, gingen doch seit Gründung der Helpline 2016 jeweils ein Drittel der Meldungen wegen körperlicher Gewalt ein.

Insgesamt 85 Prozent der Meldenden wurden 2020 beleidigt und beschimpft. Mit Abstand am meisten Meldungen gingen aus dem Kanton Zürich ein. Die Organisationen führen das auf eine höhere Sichtbarkeit der LGBTQ-Menschen (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Queer) und eine bessere Bekanntheit der Helpline zurück.

Die wenigsten dieser Hate Crimes wurden angezeigt. Nur 20 Prozent der bei der Helpline gemeldeten Übergriffe landeten bei der Polizei. Wer Anzeige erstattete, attestierte der Polizei meistens eine sachliche Reaktion.

Die meisten Meldenden waren zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Organisationen gehen bei Jüngeren allerdings von einer Dunkelziffer aus. Die Wunden der Übergriffe waren tief. Über die Hälfte der Meldenden gab an, psychisch an den Folgen zu leiden. Das führt dazu, dass sich viele LGBTQ-Menschen nicht mehr als queere Person auf die Strasse trauen.

Für die Organisatoren ist klar, dass LGBTQ-Feindlichkeit nach wie vor weit verbreitet ist. Die Kantone müssten umfassende Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen ergreifen, fordern die Organisationen.

Die LGBTQI Community zeigt sich entsetzt über die Aktion in Buchs. «Es gehört leider noch zur Realität. Es ist eine Art von Einschüchterung und zeigt, dass die Feindseligkeit gegen über uns immer noch gross ist», erklärt Alessandra Widmer, Co-Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS).

Was die LGBTQI Community gegen die Diskriminierung unternehmen will, im Beitrag von RADIO TOP:

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