Pull down to refresh...
zurück

Vorgänge in Uzner Kinderheim werfen Fragen auf

Ein Kinderheim im St.Galler Uznach sorgt für Gesprächsstoff. So mussten im Klassenlager Betreuer und Kinder im selben Raum schlafen. Zudem klagen Kinder, dass sie nicht satt werden.

14.01.2020 / 07:52 / von: mma
Seite drucken Kommentare
0
Eltern, Kinder und ehemalige Betreuer erheben Vorwürfe gegenüber dem Kinderheim. (Screenshot: Google Maps)

Eltern, Kinder und ehemalige Betreuer erheben Vorwürfe gegenüber dem Kinderheim. (Screenshot: Google Maps)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Das Kinderheim Speerblick in der St.Galler Gemeinde Uznach ist idyllisch gelegen und bietet Platz für bis zu 14 Kinder und Jugendliche im Schulalter. Die Kinder bleiben zum Teil jahrelang dort, da ihre Eltern nicht für sie sorgen können. Doch idyllisch sei nur die Lage, wie der «Tages-Anzeiger» am Dienstag schreibt.

Eltern, Jugendliche und ehemalige Betreuer erheben schwere Vorwürfe. Als Beispiel nennt die Zeitung ein Winterlager vom vergangenen Januar. Das Lager fand auf einem abgelegenen Maiensäss statt – ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Handyempfang. Zudem mussten die Kinder, zwei Buben und zwei Mädchen im Alter zwischen zehn und zwölf, gemeinsam mit den Betreuungspersonen im selben Raum schlafen. Dies stiess intern auf Kritik und Mitarbeiter zweifelten an der Zulässigkeit so eines Lagers.

Die Heimleitung verweist im «Tages-Anzeiger» darauf, dass die Übernachtung im Massenschlag heikel sei, man dies allerdings bei der Heimaufsicht des Kantons St.Gallen angemeldet und das Okay erhalten habe.

Ebenfalls zu Reden gab die Reaktion des Heims auf eine Beziehung einer 15-Jährigen mit einem 22-Jährigen. Sie mussten ein Dokument unterschreiben, in dem sie erklärten, dass sie keine sexuellen Handlungen vollziehen. Der Vormund des Mädchens und die Heimleitung unterzeichneten ebenfalls. Damit habe sich das Heim aus der Verantwortung gestohlen, kritisiert eine ehemalige Betreuungsperson das Vorgehen.

Kinder haben Hunger

Zu reden gibt auch das Ernährungskonzept. Das Heim nennt es eine «gesündere, leichte Verpflegung am Abend. Die Teenager klagen, dass nicht mehr satt werden. Hinzu komme, dass wer wegen eines Schulanlasses oder Sporttrainings spät erscheine, leer ausgehe.

Auch personell kam es zu Wechseln. So wurde die Heimleitung im Mai 2018 gekündigt und freigestellt. Über die Gründe wird geschwiegen. Im August trat die neue Heimleiterin ihre Stelle an und veränderte das pädagogische Konzept. Dies kam nicht bei allen gut an. Innert weniger Monate wurde das halbe Team ausgewechselt. Die Kinder und Jugendlichen verloren ihre Bezugsperson.

Die kantonale Heimaufsicht reagierte und leitete ein Verfahren ein. Dieses ist inzwischen abgeschlossen. Der Speerblick habe diverse Massnahmen ergriffen. Diese würden nun im Rahmen der üblichen zweijährlichen Kontrollen überprüft.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare