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Vorstoss aus St.Galler Kantonsrat will Religionsunterricht ohne Kirchenbeteiligung

In einem parteiübergreifend eingereichten Vorstoss aus dem St.Galler Kantonsrat wird eine neue Lösung für das Fach «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» verlangt. Es soll nur noch von der Schule und ohne Beteiligung der Kirchen unterrichtet werden.

25.05.2020 / 16:41 / von: api/sda
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Das Fach «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» soll ohne Beteiligung der Kirchen unterrichtet werden. (Bild:KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Das Fach «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» soll ohne Beteiligung der Kirchen unterrichtet werden. (Bild:KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

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Es ist eine St.Galler Speziallösung, die mit dem Lehrplan 21 eingeführt wurde: Seither müssen sich die Schülerinnen und Schüler ab der dritten Primarschule beim Fach «Ethik, Religion, Gemeinschaft» (ERG) zwischen dem Angebot der Schule und demjenigen der Kirche entscheiden. Beide Varianten sind in den Stundenplan integriert und gehören zum normalen Unterricht.

«ERG Schule» werde von schulischen Lehrpersonen und «ERG Kirchen» von Religionslehrerinnen und Religionslehrern unterrichtet, heisst es in einer Motion, die letzte Woche von Sandro Wasserfallen (SVP), Ruedi Blumer (SP) und Katrin Frick (FDP) gemeinsam eingereicht wurde.

Nicht mehr zeitgemäss

«Diese Aufteilung ist einmalig in der Schweiz und wurde in der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 mehrheitlich abgelehnt», heisst es weiter. Der Einbezug der Landeskirchen stelle die konfessionelle Unabhängigkeit der Schule in Frage. Es sei nicht mehr zeitgemäss, «dass in einer säkularen Gesellschaft den Konfessionen ein solches Gewicht im Lehrplan der Volksschule gegeben wird».

Das Anliegen der Motion richte sich nicht gegen die Kirche, schrieben die Parlamentarier. Man wolle mit dem Fach die Gemeinschaft und den Gemeinschaftssinn der Schülerinnen und Schüler im Klassenverband stärken. Um auch dem Stellenwert der Religionen in der Gesellschaft Rechnung zu tragen, eigne sich der herkömmliche Religionsunterricht.

Justierung angekündigt

Die Regierung solle nun einen Gesetzesentwurf vorlegen, der den Unterricht in der Volksschule für das Fach «Ethik, Religionen, Gemeinschaft» durch die Schule «mit Gültigkeit ab dem Schuljahr 2021/22» verankere. Der Vorstoss wurde noch nicht behandelt.

In einer Antwort auf eine Interpellation zum gleichen Thema hatte die Regierung im August 2019 angekündigt, dass nach zwei Jahren des Unterrichtens mit dem neuen Lehrplan ein prüfender Blick auf alle kantonalen Rahmenbedingungen geworfen werde. Gegenstand dieser Prüfung seien «unter anderem auch die Erfahrungen mit der Umsetzung des ERG-Unterrichts». Allfällige Justierungen könnten dann auf das Schuljahr 2020/21 wirksam werden.

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