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Wattwil fordert vom Kanton Leistungsaufträge für die Berit Klinik

In einem bezahlten Beitrag auf Tagblatt Online und auf der Gemeinde-Homepage hat Wattwil am Mittwoch über den Stand der geplanten Nachfolgelösung für das Spital informiert. Dabei wird der Ball dem Kanton zugespielt: Gefragt sind unter anderem Leistungsaufträge für die Berit Klinik.

15.09.2021 / 18:00 / von: mle/sda
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Die Gemeinde Wattwil hat klare Vorstellungen, wie eine Nachfolgelösung nach der Schliessung des Spitals aussehen könnte. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Die Gemeinde Wattwil hat klare Vorstellungen, wie eine Nachfolgelösung nach der Schliessung des Spitals aussehen könnte. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

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Am 20. Juli war bekannt geworden, dass die Solviva AG aus dem Projekt für eine Umnutzung der Spitalliegenschaft in Wattwil aussteigen wird. Am 18. August teilte der Verwaltungsrat der St.Galler Spitalverbunde mit, dass er das Spital spätestens Ende März schliessen will.

Kurz danach erhöhte die Regierung den Druck mit der Ankündigung, die in Wattwil angesiedelte Alkoholentwöhnung (PSA) könnte nach Uznach verlegt werden, «um den Mitarbeitenden eine nahtlose Weiterbeschäftigung anbieten zu können».

Verhandlungen unter Hochdruck

Seit längerem stellte sich deshalb die Frage, welche Pläne die Gemeinde Wattwil verfolgt. Drängende Themen sind die Notfallversorgung im Toggenburg und die Situation des Personals.

Erste Informationen gab es nun am Mittwoch in einem Paid Content - einem von der Gemeinde verfassten und bezahlten Artikel - auf «Tagblatt.ch». In dem längeren Text, der gleichzeitig auch auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht wurde, werden die bisherigen Bemühungen sowie der aktuelle Stand geschildert.

Die Verhandlungen über die Notfallversorgung, den Erhalt der PSA, den Aufbau eines bedarfsgerechten Spezialpflegeangebots sowie die Übertragung der Liegenschaft seien «unter Hochdruck angelaufen», heisst es dort.

Der Gemeinderat wolle möglichst rasch die Verhandlungen mit dem kantonalen Finanzdepartement über den Kauf der Spitalliegenschaft abschliessen. «Wie zügig das geht, hängt allerdings nicht nur von uns ab - daran muss auch der Kanton interessiert sein», wird Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner zitiert.

Für die Übernahme der Liegenschaft soll eine eigenständige und gemeindeeigene Gesellschaft gegründet und kapitalisiert werden. Dafür braucht es allerdings noch eine kommunale Abstimmung.

Tagesklinik mit Operationen

Zu den Plänen der Berit Klinik Gruppe heisst es, das Unternehmen strebe ein ambulantes Zentrum mit Tagesklinik und Operationsbetrieb sowie den Betrieb eines Notfallzentrums und der Alkoholkurzzeittherapie PSA an. Dies bedinge einen Leistungsauftrag des Kantons, den die Berit Klinik beantragen werde.

Ziel sei es, die Angebote «ohne Unterbruch zu gewährleisten», informiert die Gemeinde. Erste Gespräche hätten gezeigt, dass das Personal der PSA eine Weiterführung des Angebots in Wattwil unter der Leitung von Berit favorisiere. Sobald die Berit die benötigten Leistungsaufträge erhalte, werde dem Personal eine Anschlusslösung angeboten - zum selben Lohn.

Für die Nutzung des Neubaus seien als realistisches Ziel drei Angebote vorgesehen: eine somatische Abteilung für Notfall, Akut- und Übergangspflege sowie medizinische Schwerstpflege, eine Abteilung für Spezial- und gerontopsychiatrische Pflege sowie eine psychosomatische Abteilung (PSA) für die Alkoholkurzzeittherapie. Der Altbautrakt solle vor allem für die ambulanten und therapeutischen Angebote genutzt werden, heisst es dazu.

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Didi Mcirdi
am 16.09.2021 um 15:46
Jetzt bin ich gespant, wie der Kanton endscheitet über das Spital Wattwil. Wird er denn Vorschlag der Gemeinde Wattwil akzeptieren, mit der Berit Klinik. Oder geht die Unterdrückung der Toggenburger Bevölkerung weiter, in Sachen Spital Wattwil?Man darf gespant sein was auf uns zukommt.