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Wegen illegalen Einreisen: Wiler Notunterkunft stösst an Grenzen

Im Kanton St.Gallen steigt die Zahl der illegalen Einreisen von Afghanen. Allein am Dienstag wurden 60 junge Afghanen an der St.Galler Grenze aufgegriffen. Nun kommt die Notunterkunft in Wil an ihre Grenzen.

11.11.2021 / 08:30 / von: mma
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Die Zahl der illegalen Einreisen in der Ostschweiz hat zugenommen. (Symbolbild: Keystone/dpa/Qiamuddin Noori)

Die Zahl der illegalen Einreisen in der Ostschweiz hat zugenommen. (Symbolbild: Keystone/dpa/Qiamuddin Noori)

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Seit dem Sommer hat sich die Zahl junger Flüchtlinge aus Afghanistan an den St.Galler Grenzen, namentlich an den Bahnhöfen Buchs und St.Margrethen, stark zugenommen. Bis im August waren es 915 Personen. Allein am Dienstag waren es 60 Personen – ein neuer Rekord – erklärt der St.Galler Sicherheits- und Justizdirektor Fredy Fässler gegenüber dem St.Galler Tagblatt.

Die meisten der jungen Afghanen wollen nach Frankreich weiterreisen, um dort ein Asylgesuch zu stellen. Dies stellt die St.Galler Polizei vor Herausforderungen. Sie muss die meist minderjährigen und mit österreichischen Asylpapieren ausgestatteten Flüchtlinge betreuen und befragen, bis Österreich oder ein anderer EU-Staat sie wieder zurücknimmt.

Geht es so weiter, habe man im Kanton ein grösseres Problem, betont Fässler weiter. Denn die Betreuung und Befragung bedeutet für die Polizei einen massiven Aufwand: «Wir können die Leute nicht in den nächsten Zug setzen, sondern müssen drei, vier Tage warten, bis Wien dem Rücknahmegesuch stattgegeben hat.»

Wiler Notunterkunft stösst an Limit

Um den Status der Flüchtlinge und ihre Reiserouten zu prüfen, muss die Polizei sie mit Dolmetschern befragen und ein paar Tage unterbringen und versorgen. Dafür hat der Kanton eine Notunterkunft auf dem Areal der Psychiatrischen Klinik in Wil eingerichtet. Diese reiche laut Fässler allerdings nicht mehr lange: «Wenn es täglich so weitergeht, müssen wir wie im Jahr 2015 weitere Notunterkünfte bereitstellen.» Wegen der Covid-Pandemie kämen Zivilschutzanlagen mit unzureichender Lüftung laut Fässler nicht mehr in Frage. Der Kanton müsste demnach auf andere Reserven wie die unterbelegten kantonalen Asylzentren oder leerstehende Hotels zurückgreifen.

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