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Asbest-Reinigung von 30'000 Thurgauer Kulturgütern kostet Millionen

Das Depot des historischen Museums Thurgau ist mit Asbest verseucht. Über 30'000 Objekte müssen deshalb von Spezialisten gereinigt werden. Nun haben sich die Versicherung Axa, der das Gebäude gehört, und der Kanton Thurgau über die Kosten geeinigt.

07.12.2018 / 10:31 / von: eob/sda
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Der Asbest an der Bahnhofstrasse 55 kommt weg. (Screenshot: GoogleMaps)

Der Asbest an der Bahnhofstrasse 55 kommt weg. (Screenshot: GoogleMaps)

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Im Untergeschoss der Liegenschaft wurde bei eingelagerten Kulturgütern des Kantons Thurgau Asbest nachgewiesen. Dabei handelt es sich um Teile der Thurgauer Geschichte. 30‘000 Objekte müssen gereinigt werden, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. Betroffen sind unter anderem auch die Mitarbeiter, die mit den Kulturgütern arbeiten müssen.

«Die Situation hat es noch nie gegeben. Deshalb musste man zuerst herausfinden, wie die Exponate richtig gereinigt werden können, damit keine Gefahren entstehen», sagt Marco Sacchetti vom Departement für Bau und Umwelt. Nun müssten die Exponate in einem aufwändigen Verfahren mit Unterdruck und Überdruck, entsprechender Schutzkleidung und Kontrollsysteme gereinigt werden.

Die Kosten der Reinigungsarbeiten übernimmt die Liegenschaftsbesitzerin Axa. Diese sollen in einem einstelligen Millionenbereich ausfallen. Die Kulturgüter werden dabei verpackt und in ein neues Archiv an einem anderen Standort transportiert. «Wir gehen davon aus, dass nach der Reinigung die einzelnen Stücke asbestfrei sind und mit einem Zertifikat ausgestellt werden. So könnten die Exponate wieder wie früher verwendet werden», erklärt Marco Sacchetti weiter.

Die Reinigungsarbeiten sollen frühestens Anfang 2019 beginnen. Noch ich unklar, welche Firma die Reinigungsarbeiten durchführt.

Gebäude wurde geräumt

Das Asbest war bei Sanierungsarbeiten entdeckt worden. Das betroffene Gebäude in Frauenfeld, das der Kanton von der Axa mietet, wurde umgehend vorsorglich geräumt. Die Arbeitsplätze des Amtes für Umwelt, der Polizei und des Historischen Museums wurden in den Frauenfelder Nachbarort Felben verlegt.

Zuerst hatte der Kanton mitgeteilt, dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine gesundheitliche Gefährdung bestehe. Nach weiteren Befunden korrigierte der Kanton diese Aussage. Zwar werde das Gesundheitsrisiko aus arbeitsmedizinischer Sicht als relativ gering eingestuft.

Bei einzelnen Personen, die über längere Zeit in den Untergeschossen der Liegenschaft in Archiven und Depots gearbeitet hätten, könne eine gesundheitliche Gefährdung aber nicht mehr vollständig ausgeschlossen werden.

Da eine Erkrankung meist erst Jahrzehnte nach dem Kontakt mit Asbest-Fasern auftritt, wurden betroffene Mitarbeiter auf ihren Wunsch vorsorglich bei der Suva angemeldet. Die Suva führt eine entsprechende Datenbank, auf welche bei einer späteren Erkrankung zurückgegriffen werden kann.

Bis eine asbestbedingte Krankheit ausbricht, kann es gemäss dem Forum Asbest Schweiz bis zu 45 Jahre dauern. Viele Betroffene leiden an einem bösartigen Tumor im Brust- oder Bauchfellbereich (Mesotheliom). Die Tumore entstehen durch das Einatmen von Asbestfasern.

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