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«Den Rasern geht es nicht ums Auto»

Ein Rundumschlag der Kantonspolizeien St.Gallen, Thurgau und Zürich bringt ans Licht: Die Ostschweizer Raserszene ist offenbar grösser als bisher angenommen. Ein Ostschweizer Autokenner stellt allerdings klar, dass Raser keine Tuner sind und umgekehrt.

08.01.2019 / 19:49 / von: sfa
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Autotuner investieren häufig mehrere hunderttausend Franken in ihre Autos - und wollen sie deshalb bei illegalen Rennen nicht gefährden. (Symbolbild: youtube.com/97robin997)

Autotuner investieren häufig mehrere hunderttausend Franken in ihre Autos - und wollen sie deshalb bei illegalen Rennen nicht gefährden. (Symbolbild: youtube.com/97robin997)

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21 mutmassliche Raser hat die Polizei am Dienstag in den Kantonen St.Gallen, Thurgau und Zürich verhaftet – ein Meilenstein in der Zerschlagung der illegalen Raserszene. Die Polizei hat auch Autos beschlagnahmt und Häuser durchsucht.

RADIO TOP hat mit einem Kenner der Autoszene über den Schlag gegen die Raser gesprochen:

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Die Szenen erinnern an Hollywood-Streifen wie «The Fast & The Furious». Mit einem entscheidenden Unterschied allerdings: Schweizer Raser seien in der Regel keine Tuner, sagt Marco Aerne, Kenner der Ostschweizer Autoszene und Mitglied der Tuning Society: «Man muss unterscheiden. Wenn Autos in den verrücktesten Farben lackiert und tiefer gelegt werden, dann geht es um ‹Show & Shine›, à la ‹The Fast & The Furious›. Die Tuner investieren zum Teil Hunderttausende Franken in ihre Autos. Das sind – wenn man so will – Kunstobjekte. Die Raser auf der anderen Seite fokussieren voll auf die Leistungssteigerung.»

Den Tunern seien ihre Autos viel zu wertvoll, um damit an illegalen Autorennen teilzunehmen, so Aerne weiter. Den Rasern ginge es denn auch nicht primär ums Auto, dieses sei vielmehr Mittel zum Zweck, sagt Marco Aerne: «Das ist eine Gruppe von Menschen, die sich untereinander messen wollen. Das hat nichts mit dem Auto und auch nichts mit Tuning zu tun.»

Und weil es in der Schweiz keine Rennstrecke gibt – oder weil die Raser vielleicht auch den Nervenkitzel der Illegalität suchen – weichen sie für ihre Rennen eben auf die Autobahn oder auf eine Überlandstrasse aus.

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