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Die fünf Thurgauer Ständeratskandidaten im Kurzporträt

Im Kanton Thurgau bewerben sich fünf Kandidaten um zwei Ständeratssitze. CVP und SVP machen die Sitze seit 20 Jahren unter sich aus. Nun greifen auch SP, Grüne und GLP in den Wahlkampf ein und wollen einen zweiten Wahlgang erzwingen.

27.09.2019 / 13:23 / von: mma
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Brigitte Häberli Koller (CVP), Jakob Stark (SVP), Kurt Egger (Grüne), Nina Schläfli (SP) und Ueli Fisch (GLP) wollen für den Thurgau ins «Stöckli». (Bild: Collage/RADIO TOP)

Brigitte Häberli Koller (CVP), Jakob Stark (SVP), Kurt Egger (Grüne), Nina Schläfli (SP) und Ueli Fisch (GLP) wollen für den Thurgau ins «Stöckli». (Bild: Collage/RADIO TOP)

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Die Ständeratswahlen im Kanton Thurgau brachten in den vergangenen Jahren wenig Spannung: CVP und SVP teilen die beiden Sitze seit 20 Jahren unter sich auf. Das dürfte auch bei den eidgenössischen Wahlen am 20. Oktober 2019 so bleiben: Die amtierende Brigitte Häberli (CVP) tritt für eine weitere Amtszeit an. Die SVP hingegen muss ihren Sitz verteidigen, weil Roland Eberle nach acht Jahren im Amt nicht mehr antritt. Sie hat als Nachfolger den Regierungsrat Jakob Stark aufgestellt – er gilt als Kronfavorit für die Wahl.

Spannung versprechen aber die Kandidaturen von SP, Grünen und GLP: Die Kandidaten haben alleine zwar wenig Chancen auf einen Sitz – könnten aber einen zweiten Wahlgang erzwingen. Falls dies gelingt, wollen SP, Grüne und GLP einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen. Dann hätten sie erstmals seit Langem realistische Chancen, einen Thurgauer Ständeratssitz zu erobern.

RADIO TOP nimmt die fünf Kandidaten der Ständeratswahl im Kanton Thurgau am Montag, 30. September, im Rahmen einer Podiumsdiskussion genauer unter die Lupe. Die Diskussion findet im Eisenwerk in Frauenfeld statt und ist kostenlos. Im Vorfeld der Podiumsdiskussion stellt RADIO TOP die Kandidaten vor.

Die Ausgangslage der Ständeratswahl im Kanton Thurgau:
Audio

Brigitte Häberli Koller, CVP:

Brigitte Häberli ist 61 Jahre alt und vertritt den Kanton Thurgau seit acht Jahren im Ständerat. Damit einher geht auch ihr Wahlkampf-Slogan: «Da weiss man, was man hat.» Vor ihrem Amt als Ständerätin war Brigitte Häberli bereits neun Jahre Nationalrätin. Sie ist denn auch Berufspolitikerin, daneben engagiert sie sich unter anderem im Hauseigentümerverband und als Schulrätin der PH Thurgau. Ursprünglich ist Brigitte Häberli ausgebildete Kauffrau. Privat ist Brigitte Häberli verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und wohnt in Bichelsee. Nach ihrem Lieblingstier gefragt nennt Brigitte Häberli den Löwen – das Wappentier des Kantons Thurgau. Brigitte Häberlis Wiederwahl gilt als sicher.

Jakob Stark, SVP:

Er gilt unter den neu antretenden Kandidaten als Kronfavorit und soll den SVP-Sitz von Roland Eberle verteidigen. Jakob Stark ist seit 13 Jahren Thurgauer Regierungsrat, wo er aktuell das Department Finanzen & Soziales leitet. Stark wird 2020 allerdings aus dem Regierungsrat zurücktreten – und zwar unabhängig davon, ob er in den Ständerat gewählt wird oder nicht. Vor seiner Politikerkarriere hat Jakob Stark jahrelang als Journalist gearbeitet. Er ist studierter Historiker mit Doktortitel. Jakob Stark ist 61 Jahre alt, lebt in Buhwil, ist verheiratet und zweifacher Vater. Im privaten Umfeld wird Jakob Stark «Köby» genannt, daran lehnt sich auch sein Wahl-Slogan an: «Köby Stark unterstützen». Jakob Stark ist als Bauernsohn aufgewachsen und ist in der Freizeit selber in der Landwirtschaft tätig: Er besitzt einen eigenen Rebberg, wo er auch Wein produziert.

Kurzporträts von Brigitte Häberli (CVP) und Jakob Stark (SVP):
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Nina Schläfli, SP:

Die SP hatte seit 20 Jahren keinen der Thurgauer Ständeratssitze mehr inne. Die Thurgauer SP-Parteipräsidentin Nina Schläfli soll dies nun ändern. Sie ist 29 Jahre alt und politisiert seit drei Jahren im Grossen Rat. Hauptberuflich arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bern, wo sie derzeit an ihrer Doktorarbeit über die Geschichte der Schweizer Dampfschifffahrt forscht. Nina Schläfli ist verheiratet, wohnt in Emmishofen und wünscht sich, dass Emma Watson ihre Rolle übernehmen würde, wenn ihr Leben jemals verfilmt würde.

Kurt Egger, Grüne:

Mit Jahrgang 1956 ist er der älteste aller Thurgauer Ständeratskandidaten. Kurt Egger ist ETH-Ingenieur und leitet eine Firma im Bereich Energieberatung. Er politisiert seit 2012 für die Grünen im Grossen Rat und ist seit 2016 ausserdem Präsident der Kantonalpartei. Neben seinem Engagement für die Umwelt gilt er als «Vater» der Thurgauer Standesinitiative gegen den Einkaufstourismus. Der Ständerat hat dieses Begehren kürzlich abgelehnt. Privat ist Kurt Egger verheiratet, in Eschlikon wohnhaft und zählt Wandern, Jassen und Golf zu seinen Hobbys. Seine Kandidatur für den Ständerat ist wenig aussichtsreich – immerhin halten die Grünen derzeit nur gerade einen einzigen Ständeratssitz, und dies im weitaus linker gesinnten Kanton Genf. Egger kandidiert – genau wie seine Mitbewerber Nina Schläfli (SP) und Ueli Fisch (GLP) – gleichzeitig aber auch für den Nationalrat. Dort stehen seine Chancen besser.

Ueli Fisch, GLP:

Sein Name ist Programm: Ueli Fisch wirbt mit dem Slogan «Frischer Fisch für Bern» für seine Ständeratskandidatur. Als Wahlkampfvehikel kurvt er mit einer knallgrünen Elektro-Vespa durch den Kanton Thurgau. Ueli Fisch ist studierter Ökonom und leitet ein Unternehmen im Textil-Bereich. Er vertritt die GLP seit 2012 im Grossen Rat, wo er auch die GLP/BDP-Fraktion präsidiert. Ueli Fisch ist verheiratet, Vater von zwei erwachsenen Kindern und in Ottoberg wohnhaft – dem «schönsten Dorf des Kantons Thurgau», wie er selber sagt. Ueli Fisch ist Fan von James Bond, wollte ursprünglich Sportlehrer und nicht Politiker werden, und zählt den Thurgauer Unternehmer Peter Spuhler zu seinen grössten Vorbildern – dies allerdings nur unternehmerisch, nicht politisch: Peter Spuhler selber ist nämlich in der SVP.

Kurzporträts von Nina Schläfli (SP), Kurt Egger (Grüne) und Ueli Fisch (GLP):
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