Pull down to refresh...
zurück

Egnacher Feuerwehr streitet Umweltverschmutzung ab

Bei den Löscharbeiten der Tobi Seeobst AG in Egnach sollen giftige Stoffe in den Boden gelangt sein. Die Feuerwehren wollen jedoch nichts damit zu tun haben.

11.07.2019 / 04:45 / von: rme
Seite drucken Kommentare
0
Die Tobi Seeobst AG in Egnach am Tag nach dem Grossbrand. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

Die Tobi Seeobst AG in Egnach am Tag nach dem Grossbrand. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Im März 2018 brannten Tausende Plastikharassen und ein Kühllager der Tobi Seeobst AG in Egnach. Verschiedene Feuerwehren und die SBB mit einem Löschzug bekämpften das Feuer. Das viele Löschwasser und vor allem der Löschschaum führten zu einer Überbelastung der Abwasserreinigungsanlagen.

Aus diesem Grund entschieden sich die Verantwortlichen eine benachbarte Wiese zu fluten. Der Löschschaum blieb eine Nacht dort. Daraufhin liess der Kanton den Boden untersuchen um sicher zu stellen, dass keine gefährlichen Substanzen in den Boden gelangten.

Auf dem vorübergehenden Lagerplatz des Löschschaums wurden hohe Konzentrationen von Perfluoroctansulfonsäure PFOS gefunden. Diese Substanz wurde früher unter anderem bei der Verchromung und als Imprägniermittel verwendet, kam in Schmierstoffen vor und war Bestandteil von Löschschaum.

In der Schweiz ist diese Verbindung jedoch seit 2011 verboten. Die Feuerwehren im Thurgau hätten aus diesem Grund auch längst keine Vorräte von PFOS-Schaum mehr versichert der Egnacher Feuerwehrkommandat gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Und trotzdem soll die Substanz mit dem Löschwasser auf das besagte Grundstück gelangt sein. Dass sie bereits vorher im Boden war, erscheint unwahrscheinlich. Der Fall liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft.

Diese muss abklären woher das PFOS kommt. Denn das Amt für Umwelt hat Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. Dabei geht es vor allem um den finanziellen Schaden. Weil die Gefahr besteht, dass die Schadstoffe in den nächsten Jahren in das Grundwasser gelangen, muss das Erdreich abgetragen werden.

Die Entsorgung kostet rund eine halbe Million. Der Kanton streckt das Geld vor. Schlussendlich soll die Rechnung aber vom Verursacher bezahlt werden. Sollte dieser jedoch nicht ermittelt werden können, stellt sich die Frage, wer zur Kasse gebeten werden soll.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare