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Fische im Rhein nach Hitzesommer weiter stark gefährdet

Die Fischbestände im Rhein haben sich noch nicht von der starken Trockenheit letzten Sommer erholt. Die Behörden verhängen deshalb auch dieses Jahr ein Fangmoratorium für Äschen und Forellen.

11.06.2019 / 10:56 / von: vbu/mco
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Verendete Fische im Rhein 2018 (Bild: RADIO TOP/Archiv)

Verendete Fische im Rhein 2018 (Bild: RADIO TOP/Archiv)

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In der ersten Augusthälfte 2018 kam es im Rhein zu einem grossen Fischsterben. Die zwischenzeitlich durchgeführten Laichfischfänge und weitere Bestandeserhebungen haben einen grossen Schaden namentlich am Äschenbestand bestätigt, schreibt der Kanton Schaffhausen in einer Mitteilung. Auf Empfehlung der Äschenkommission und in Absprache mit den Nachbarkantonen Thurgau und Zürich wird das aktuell bestehende Fischfangmoratorium für Äschen und Forellen im Rhein um die Saison 2019/20 verlängert.

Aufgrund der anhaltend sehr hohen Wassertemperaturen im Rhein von teilweise über 27°C kam es in den ersten Augustwochen 2018 zu einem grossen Fischsterben. Die entsorgte Menge verendeter Fische – insbesondere Äschen und teilweise Forellen – belief sich auf rund fünf Tonnen.

Fischereiverbot zuerst für ein Jahr beschlossen

Die Kommission zur Rettung der Rheinäsche hatte an einer ausserordentlichen Sitzung dann empfohlen, ein vorerst auf ein Jahr beschränktes Fischereiverbot sowohl auf Äschen als auch auf Forellen im Rhein zu erlassen. Das Departement des Innern hat, wie die beiden Nachbarkantone, diese Empfehlung umgesetzt und für die Saison 2018/19 – vom 1. Oktober 2018 bis 30. September 2019 – ein Fischfangmoratorium auf Äschen im Rhein verfügt; Forellen blieben lediglich im Rüdlingerwasser fangbar.

Inzwischen wurden, unter grösstmöglicher Schonung des Restbestandes, Laichfischfänge und weitere Bestandeserhebungen durchgeführt. Dabei bestätigte sich, dass der Schaden am Fischbestand gross ist: schätzungsweise zwischen 80 und 90 Prozent des Äschenbestandes fiel dem Hitzesommer zum Opfer; der bescheidene Forellenbestand dagegen war weniger stark betroffen. Ebenso wurde nachgewiesen, dass da, wo Kaltwasserzuflüsse zugänglich gemacht werden konnten, mehr Äschen überlebten, und dass im Frühling 2019 neben der – sehr geringen – Laichgewinnung durch die Fischereiaufsicht auch ein gewisses Mass an Naturverlaichung stattfand.

Verlängerung des Fischereiverbots für ein weiteres Jahr

Ende Mai sichtete die Kommission zur Rettung der Rheinäsche die vorhandenen Daten, diskutierte die Lage und kam zum Schluss, der Schutz des Edelfischbestandes müsse weiterhin Vorrang vor jeglicher Nutzung geniessen. Sie empfiehlt den Kantonen, die Fangverbote für Äschen und Forellen im Rhein um ein Jahr zu verlängern.

Das Schaffhauser Departement des Innern und die Nachbarkantone teilen grundsätzlich diese Einschätzung der Kommission. Es wird, wie die beiden Nachbarkantone, das bestehende Fischfangmoratorium auf Äschen im Rhein um die Saison 2019/20 – vom 1. Oktober 2019 bis 30. September 2020 – verlängern; Forellen bleiben weiterhin (bis 31. Januar 2021) lediglich im Rüdlingerwasser fangbar. Die Behörden hoffen, dass die Verlängerung des Fischfangmoratoriums, verbunden mit weiteren Anstrengungen in Aufzucht und Besatz der einheimischen Äsche, den stark angeschlagenen Edelfischbeständen die Möglichkeit zur Regeneration geben wird.

Im Beitrag von TELE TOP reagiert der Fischereiverband SH auf das verlängerte Moratorium und der Fischereiaufseher erklärt, wieso diese Massnahme nötig ist: 

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