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Freispruch für drei Jugendliche nach Grossbrand bei Tobi Seeobst

Drei Jugendliche, die im März 2018 den Grossbrand bei der Tobi Seeobst AG in Egnach fahrlässig verursacht haben sollen, sind vom Thurgauer Obergericht freigesprochen worden.

01.12.2022 / 12:05 / von: ame/sda
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Der Brand auf dem Firmengelände der Tobi Seeobst AG in Egnach TG hat im März 2018 grosse Schäden verursacht. Nun wurden drei Jugendliche wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst verurteilt. (Archivbild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Der Brand auf dem Firmengelände der Tobi Seeobst AG in Egnach TG hat im März 2018 grosse Schäden verursacht. Nun wurden drei Jugendliche wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst verurteilt. (Archivbild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

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Beim nächtlichen Grossbrand auf dem Areal der Tobi Seeobst AG in Egnach entstand am 16. März 2016 Schaden in Millionenhöhe. Lagerhallen und über 1'000 Tonnen Äpfel und Gemüse wurden ein Raub der Flammen. 150 Feuerwehrleute standen im Löscheinsatz.

Die Jugendanwaltschaft eröffnete nach umfangreichen Ermittlungen eine Strafuntersuchung gegen vier Jugendliche aus der Umgebung von Egnach. Sie sollen den Brand durch unsachgemässen Umgang mit Feuer verursacht haben.

Gegen einen der Jugendlichen wurde das Verfahren eingestellt, da ihm keine Beteiligung nachgewiesen werden konnte. Gegen die drei anderen erliess die Staatsanwaltschaft vor drei Jahren einen Strafbefehl. Sie erhoben dagegen Einsprache beim Bezirksgericht Arbon. Das Gericht verurteilte sie wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst zu einer zu vollziehenden persönlichen Arbeitsleistung zugunsten des Gemeinwesens.

Mehrere Kerzen angezündet

Das Bezirksgericht Arbon hielt die brennenden Kerzen erwiesenermassen für die Brandursache, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Alle drei Jugendlichen hätten gemeinsam gehandelt und seien daher auch gemeinsam dafür verantwortlich, dass die Kerzen beim Verlassen des Palettenstapels nicht gelöscht worden seien.

Die Jugendlichen legten gegen das Urteil Berufung beim Obergericht ein. Dieses sprach sie im Mai 2022 frei, wie nun bekannt wurde. Ein Jugendlicher habe zugegeben, eine der zwei Kerzen angezündet zu haben. Allerdings sei nicht bewiesen, dass tatsächlich diese Kerze den Grossbrand ausgelöst habe.

Auch wenn er «seine» Kerze ausgelöscht hätte, hätte die zweite (noch brennende) Kerze mit der gleichen Wahrscheinlichkeit den Brand auslösen können, folgert das Obergericht.

Kein gemeinsamer Entschluss

Wer von den Jugendlichen die zweite Kerze angezündet habe, konnte nicht geklärt werden. Es sei deshalb zugunsten der beiden anderen davon auszugehen, dass sie selbst keine der Kerzen angezündet hätten.

Die Aussagen der Jugendlichen zeigten ferner auf, dass dem unterlassenen Löschen der Kerzen kein gemeinsamer Entschluss vorausgegangen sei. Im Ergebnis seien die drei somit nicht strafbar.

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Ruggero
am 02.12.2022 um 04:49
Nochmals viel Glück gehabt vor Gericht. Bleibt zu hoffen, dass die Jugendlichen etwas gelernt haben daraus und die Eltern genügend Geld haben, um die Gerichtskosten zu bezahlen.