Pull down to refresh...
zurück

Jugendliche überrennen Dargebotene Hand Ostschweiz

Die Corona-Krise hat auch den Beratungsstellen der Dargebotenen Hand ordentlich Arbeit beschert. Die Regionalstelle Ostschweiz/FL verzeichnet für das Jahr 2020 ein Plus von 1'000 Gesprächen. Vor allem Jugendliche haben sich vermehrt gemeldet.

27.01.2021 / 17:47 / von: lny
Seite drucken Kommentare
0
Anonym, kostenlos und stark gefragt: Das Sorgentelefon 143 berät Menschen mit den unterschiedlichsten Sorgen und Problemen. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Anonym, kostenlos und stark gefragt: Das Sorgentelefon 143 berät Menschen mit den unterschiedlichsten Sorgen und Problemen. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Wer Probleme in einer Beziehung hat oder mit Suizidgedanken spielt, der kann sich an die Dargebotene Hand wenden. Vergangenes Jahr haben das gerade in der Ostschweiz viele getan. 1'000 Gespräche mehr verzeichnet die Regionalstelle Ostschweiz/FL laut einer Medienmitteilung. Neben mehr Anrufen von Frauen und stärkerer Einsamkeit im Alter fällt vor allem etwas auf: Bei den Anfragen von Jugendlichen unter 18 Jahren hat es eine Verdreifachung gegeben. Laut Judith Eisenring, Leiterin der Regionalstelle, kann das auf eine grössere Bekanntheit zurückzuführen sein. Aber auch die Corona-Krise habe sicher einen Einfluss gehabt. «Ich glaube schon, dass die Jugendlichen betroffen waren, vor allem wegen den Schutzmassnahmen und dass sie in den sozialen Kontakten eingeschränkt wurden.»

Warum Jugendliche sich mehr an die Dargebotene Hand Ostschweiz wenden, im Beitrag von RADIO TOP:

audio

Anonymität als Faktor

Das zeigt sich darin, dass viele der Anfragen das Thema Beziehung betreffen. Nicht nur Paarbeziehungen, sondern auch Freundschaften und Familie. Bestehende Beziehungen haben gelitten, neue Kontakte zu knüpfen war schwierig. Aber auch die Anonymität habe sicher zur Zunahme von Anfragen von Jugendlichen geführt. «Im engeren Kontakt redet man vielleicht weniger gerne drüber, dass es einem nicht so gut geht aber anonym fällt es einem leichter», vermutet Judith Eisenring.

Das zeigt sich auch darin, dass viele der Jugendlichen den Kontakt über Mail oder Chat suchen. Judith Eisenring sieht aber auch noch einen weiteren Grund. Die jetzige Generation von Jugendlichen habe gelernt, sich Hilfe zu holen, wenn sie benötigt wird.

Unterschiede zwischen Geschlechtern

Im letzten Jahr haben mehr Frauen bei der Dargebotenen Hand angerufen als 2019. Die Quote stieg auf 70 Prozent (2019: 68 Prozent). Hingegen haben leicht weniger Männer zum Hörer gegriffen. Beide Geschlechter suchten häufig Rat zu Beziehungen im Allgemeinen. Frauen suchten aber auch vermehrt Hilfe zum Thema Familie/Erziehung, während Männer das Thema Spiritualität stark beschäftigte.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare