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Junge Grüne lancieren neue Initiative

Mit der sogenannten Umweltverantwortungs-Initiative wollen die Jungen Grünen einen Wandel des Wirtschaftssystems und der Gesellschaft erzeugen, der Umweltschutz zur Priorität macht. Vertreter der SVP kritisieren die Forderungen scharf, die Grünen finden lobende Worte.

04.04.2021 / 18:16 / von: vsa/lpe/sda
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Die Initiative der Jungen Grünen sieht grundlegende Veränderung innerhalb der nächsten 10 Jahre vor. (Screenshot: TELE TOP)

Die Initiative der Jungen Grünen sieht grundlegende Veränderung innerhalb der nächsten 10 Jahre vor. (Screenshot: TELE TOP)

Mit der Initiative wollen die Jungen Grünen erreichen, dass sämtliche wirtschaftlichen Tätigkeiten der Schweiz nur noch innerhalb der sogenannten «planetaren Grenzen» stattfinden. (Bild: pixabay.com/Steppinstars)

Mit der Initiative wollen die Jungen Grünen erreichen, dass sämtliche wirtschaftlichen Tätigkeiten der Schweiz nur noch innerhalb der sogenannten «planetaren Grenzen» stattfinden. (Bild: pixabay.com/Steppinstars)

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Die Jungen Grünen haben am Samstag beschlossen, eine Initiative zu lancieren. Diese trägt den Titel Umweltverantwortungs-Initiative und fordert einen grundlegenden Wandel des Wirtschaftssystems und der Gesellschaft. Die Initiative fordert, dass die Schweiz innerhalb von zehn Jahren die «planetaren Grenzen» in sechs zentralen Bereichen einhält.

«Ein Menü aus der Grünen Giftküche» versus «Ein grosser Wurf der Jungen Grünen»

Der St.Galler SVP-Nationalrat Mike Egger kritisiert die Initiative aufs Schärfste, «das ist einmal mehr ein Menü aus der Grünen Giftküche», sagt er im Interview mit RADIO TOP. Die Intiative würde die Wirtschaft einschränken, zu mehr Abreitslosen führen und könnte Lebensmittelengpässe herbeiführen, so die Befürchtungen. Die Schweiz investiere ausserdem bereits viel in den Umweltschutz, statt weitere Vorschriften zu schaffen, sollten Unternehmen motiviert werden, den Umweltschutz zu intensivieren. 

Seitens der Mutterpartei kommt jedoch grosses Lob. Die Initiative packe die Sache «bei den Wurzeln», sagt Kurt Egger, Nationalrat der Grünen Thurgau. «Die Jungen Grünen haben einen grossen Wurf lanciert», die planetarischen Grenzen seien wissenschaftlich belegt und könnten gemessen und eingehalten werden. Der Zeitplan sei ambitioniert, dennoch könnten die Anliegen in zehn Jahren umgesetzt werden. Ausserdem rechnet Kurt Egger mit einer breiten Unterstützung aus der Bevölkerung, «eine breite Schicht weiss, dass unsere Böden verschmutzt sind und, dass wir zu viel Pestizide einsetzten,  das Unbehagen ist sehr gross». 

TELE TOP hat bei den Jungpolitikern der Grünliberalen den Puls gefühlt:

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Junge Grüne wollen ab August Unterschriften sammeln

Umweltschutz solle neu zur klaren Priorität werden, teilte die Partei am Samstag nach der digitalen Mitgliederversammlung mit. Vom August an sollen Unterschriften gesammelt werden. Die Lancierung sei an der Versammlung mit wenigen Enthaltungen von den über 100 Anwesenden angenommen worden, sagte Julia Küng, Co-Präsidentin der Jungen Grünen, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Jungpartei reichen «schöne Absichtserklärungen» zum Klimaschutz nicht: Es brauche eine grundlegende Umgestaltung der Wirtschaft und Gesellschaft, liess sich Küng in der Mitteilung zitieren. Mit der Initiative wollen die Jungen Grünen erreichen, dass sämtliche wirtschaftlichen Tätigkeiten der Schweiz nur noch innerhalb der sogenannten «planetaren Grenzen» stattfinden. Die Wissenschaft definiere damit ökologische Grenzen, deren Überschreitung die Lebensgrundlage der Menschheit gefährden.

Die Initiative fordert, dass die Schweiz innerhalb von zehn Jahren die «planetaren Grenzen» in sechs zentralen Bereichen einhält: Klima, Biodiversität, Wasserverbrauch, Landnutzung, Luftverschmutzung sowie Stickstoff- und Phosphoreintrag.

Die Wirtschaft soll laut der Initiative nur noch so viele Ressourcen verwenden und Schadstoffe freisetzen, dass die Belastungsgrenzen der Natur nicht überschritten werden. Dabei sollen auch die Importe in die Schweiz mitberücksichtigt werden. Die Umsetzung soll zwingend sozialverträglich geschehen, wie es weiter hiess.

Die Jungen Grünen wollen die Initiative im August offiziell lancieren - bis dann soll auch der definitive Text und das Initiativkomitee stehen. Nach der Offroader-, der Zersiedelungs- und der Kriegsgeschäfte-Initiative handelt es sich bereits um die vierte nationale Volksinitiative der Jungen Grünen.

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