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Kanton Thurgau befragt Eltern und Lehrer zum Schulstreit Wigoltingen

Das Departement für Erziehung und Kultur des Kantons Thurgau untersucht den Fall Wigoltingen mittels Befragungen. Eltern, Lehrer und Schulleitung sollen so genauen Einblick in den Schulstreit liefern. Eltern kritisieren die Befragung.

12.06.2019 / 10:02 / von: mma/sfa/meg
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Das DEK befragt nun mit einem Fragebogen die betroffenen Parteien. (Screenshot/TELE TOP)

Das DEK befragt nun mit einem Fragebogen die betroffenen Parteien. (Screenshot/TELE TOP)

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An der Sekundarschule in Wigoltingen TG hat mehr als die Hälfte der Lehrkräfte per Ende der Sommerferien gekündigt. Grund war ein Streit mit der Schulleitung. Der Fall beschäftigt auch die kantonalen Behörden: Mehrere Eltern von betroffenen Sekundarschülern haben beim Kanton eine Aufsichtsbeschwerde zum Schulstreit eingereicht. Sie forderten, dass das Amtsgeheimnis im Fall aufgehoben wird. Bisher dürfen sich die Lehrer zum Fall nämlich nicht öffentlich äussern. Für die Eltern entspricht dies einem «Maulkorb», den die Schulleitung den Lehrern verpasst habe.

RADIO TOP mit den Reaktionen der Betroffenen:

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Bereits Mitte Mai teilte das Departement für Erziehung und Kultur des Kantons Thurgau (DEK) mit, dass man die Aufsichtsbeschwerde zweier Eltern zwar ablehne. Der Kanton hat die Aufsichtsbeschwerde allerdings in eine Anzeige umgewandelt, das heisst, er hat eine Untersuchung eingeleitet. Am Mittwoch hat das DEK nun mitgeteilt, wie die Untersuchung ablaufen soll.

Drei Themen stehen laut Mitteilung des DEK im Vordergrund. Dies ist zum einen das neue Sekundarschulmodell, zum anderen das Arbeitsverhältnis zwischen der Schule und den Lehrern sowie die gesetzlichen Informations- und Kommunikationsverpflichtungen der Schule. 

Grundlage für die Auswertung bilden zielgruppenspezifische Fragebögen. Diese sollen von der Schulbehörde, den beiden Schulleitungen, den Lehrern und den Eltern sowie der Schulaufsicht ausgefüllt werden. 

Laut Mitteilung soll die Anzeige noch vor den Sommerferien beantwortet werden.

Die Interessensgemeinschaft der Eltern der Schulkinder kritisiert das Vorgehen des Kantons. Erstens setzt sich die IG seit Beginn des Streits für eine externe Untersuchung ein. Zweitens sei eine schriftliche Befragung nicht zielführend. Die Situation sei derart emotional, dass Gespräche notwendig sind, um die Sachverhalte offenlegen zu können.

Den Streit hat die Schulleitung mit Umstrukturierungsplänen im Zusammenhang mit dem neuen Lehrplan ausgelöst. Die Lehrer wehrten sich gegen die Änderungen und forderten, dass der Schulleiter zurücktritt. Als dieser nicht darauf einging, haben 7 von 12 Lehrpersonen gekündigt.

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