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Kanton Thurgau erwartet über 300 Geflüchtete aus der Ukraine pro Woche

Der Kanton Thurgau bereitet sich darauf vor, mehr als 300 Menschen aus der Ukraine pro Woche aufzunehmen. Bis Ende März stehen knapp 700 Plätze in Unterkünften des Kantons und in den Gemeinden zur Verfügung. Bisher sind 266 Geflüchtete im Thurgau gemeldet.

21.03.2022 / 19:09 / von: ame/sda/sas
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«Mit grosser Betroffenheit verfolgen wir die Ereignisse in der Ukraine», sagte Regierungspräsidentin Monika Knill am Montag an einer Medienkonferenz in Frauenfeld. Die Schweiz stehe vor einer Ausnahmesituation. «Und wir stehen erst am Anfang.»

Sobald der Bund die Geflüchteten, die sich in den Bundesasylzentren registrierten, auf die Kantone verteilt, rechnet die Thurgauer Regierung mit bis zu mehreren Dutzend Geflüchteten pro Tag. Mit der Koordination, Unterbringung und Betreuung der Geflüchteten hat das kantonale Sozialamt die Peregrina-Stiftung beauftragt.

«Anders als im regulären Asylverfahren sind viele Personen privat untergebracht», hiess es. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) hilft dabei, Gastfamilien zu vermitteln. Der Kanton schliesst dazu mit der SFH eine Vereinbarung ab.

RADIO TOP sprach mit der Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill: 

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Mehr Unterkünfte nötig

Zusätzlich zu den rund 300 bestehenden Plätzen bei der Peregrina-Stiftung kommen bis Ende März weitere 300 Plätze in Arbon, Kalchrain und Frauenfeld hinzu. So werden ein ehemaliges Pflegeheim und ein ehemaliges Spital in Arbon als Flüchtlingsunterkünfte genutzt, wie Regierungsrat Urs Martin erklärte.

Von den bisher gemeldeten 266 Geflüchteten aus der Ukraine wohnen 112 in privaten Unterkünften, 121 in Gemeinde- und 33 in kantonalen Unterkünften. 143 dieser Personen haben den Schutzstatus S, der in der Schweiz seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs erstmals zur Anwendung kommt.

Damit die vielen Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine hier die Schule besuchen können, werden wenn nötig Integrationskurse gebildet, sofern die Regelklassen in der jeweiligen Gemeinde zu gross würden. Der Kanton vergütet den Schulgemeinden die bewilligten Integrationskurse mit 70'000 Franken pro Jahr.

Unbürokratisch

«Im Sinne eines unbürokratischen Vollzugs» will der Kanton die Globalpauschale von 1500 Franken pro Person und Monat vollumfänglich den Gemeinden überweisen, denen Flüchtlinge zugewiesen werden. Für die Entschädigung der Gastfamilien wird das kantonale Sozialamt eine Richtlinie erlassen.

Zudem werde man den Gemeinden empfehlen, eine Begleitung der Schutzbedürftigen und der Gastfamilien zu organisieren. «Die Unterbringung der Flüchtlinge ist eine Verbundaufgabe», sagte Finanz- und Sozialdirektor Urs Martin. «Daher sind wir allen Beteiligten dankbar für ihr Engagement.»

Für Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren sollen die bestehenden Integrationskurse am Gewerblichen Bildungszentrum Weinfelden erweitert werden. Zudem ist vorgesehen, die Kurse auf die Bedürfnisse der ukrainischen Geflüchteten auszurichten. Erste Kurse starten nach den Frühlingsferien am 19. April.

Was eine Thurgauer Familie dazu bewogen hat, sich als Gastfamilie zu registrieren – im Beitrag von TELE TOP

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B. Kerzenmacher
am 21.03.2022 um 16:48
Die Diplomatie unter V. Putin ist zu einem weiteren Werkzeug der hybriden Kriegsführung umgepolt worden. Sie dient ihm nur der Propaganda, der Weckung von falschen Hoffnungen. An der Seitenlinie aller Gespräche und Verhandlungen läuft parallel ein Zerstörungskrieg. Während Russland verhandelt wird Infrastruktur nachhaltig kaputt gemacht, die Bevölkerung wird terrorisiert und in grosser Zahl dauerhaft vertrieben. Und gemachte Verträge wird ein V. Putin nur solange einhalten, wie es ihm opportun erscheint. Hier hat Diplomatie ausgedient, weil es sich um einen hybriden Krieg handelt. Man sollte die Kräfte nun für die eigene Verteidigung bündeln. Das wäre sinnvoller als V. Putins Spielchen mitzumachen.