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Nach Echinaforce-Hype: Heilmittelbehörde wird aktiv

Eine Studie löste Anfang der Woche einen regelrechten Run auf das Präparat Echinaforce der Thurgauer A.Vogel AG aus. Angeblich soll das Mittel gegen Coronaviren wirksam sein. Nun wird die Heilmittelbehörde Swissmedic aktiv. Es steht der Vorwurf der unerlaubten Publikumswerbung im Raum.

16.09.2020 / 20:40 / von: sfa/sda
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Das Echinaforce-Präparat wird aus dem Roten Sonnenhut gewonnen. (Bild: TELE TOP/Robin Fritschi)

Das Echinaforce-Präparat wird aus dem Roten Sonnenhut gewonnen. (Bild: TELE TOP/Robin Fritschi)

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Am Montag schlug eine Meldung ein wie eine Bombe: Das Naturheilpräparat Echinaforce des Thurgauer Herstellers A.Vogel AG soll in einer Laborstudie offenbar Wirkung gegen Coronaviren gezeigt haben. Ob die Wirkung auch im menschlichen Körper auftritt, ist zwar noch völlig unklar – trotzdem setzte ein regelrechter Run auf das Präparat ein. Vielerorts ist Echinaforce in der Zwischenzeit restlos ausverkauft.

Der Hype hat nun die Heilmittelbehörde Swissmedic auf den Plan gerufen. Einerseits ermittelt sie wegen illegalem Verkauf von Echinaforce im Internet. Andererseits geht es aber auch um unerlaubte Publikumswerbung, berichtet das Regionalfernsehen «TVO». Der emeritierte Immunologie-Professor Beda Stadler sagt im Beitrag: «Ich bin nicht sicher, ob das legal war. Es war bestimmt ein guter Werbegag der Firma. Aber Swissmedic sollte entscheiden, ob das legal war oder nicht.» Ein Swissmedic-Sprecher bestätigte die Meldung auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

A.Vogel nicht im Fokus der Ermittlungen

Das Verbot von Publikumswerbung im Medizinbereich soll verhindern, dass die Bevölkerung unnötig Medikamente bestimmter Hersteller kauft. Generell darf bei Arzneimitteln beim Publikum nur in Bezug auf die vom Heilmittelinstitut genehmigten Anwendungsmöglichkeiten geworben werden.

Der Swissmedic-Sprecher erklärte, dass die wissenschaftliche Publikation des Labors Spiez im Fachblatt «Virology Journal» vom 9. September zu falschen Interpretationen geführt habe. Nach Medienberichten sei vor allem in Sozialen Medien undifferenziert darüber berichtet worden. Dies habe bei Konsumenten zu einem Ansturm auf Echinaforce-Präparate und illegalen Angeboten auf Online-Plattformen geführt

Aus der Laborstudie liessen sich wissenschaftlich keine medizinischen Schlüsse ziehen, sagte der Sprecher weiter. Präparate mit Echinaforce auf Vorrat zu kaufen sei nicht angebracht. Swissmedic sei zudem seit Anfang Woche zusammen mit Plattformbetreibern und den Kantonen aktiv, um illegale Verkaufsangebote zum Schutz der Konsumenten zu löschen.

Marketing-Experte gibt Entwarnung

Die Ermittlungen richten sich aktuell aber nicht gegen konkrete Firmen, so «TVO». Die Herstellerfirma selber steht damit – zumindest bisher – nicht im Fokus. A.Vogel hat die Studie über die angebliche Wirkung seines Präparats denn auch nicht selber in Umlauf gebracht. Vielmehr verbreitete der «Blick» die Studie zuerst.

Ein Marketing-Experte gibt im TVO-Bericht Entwarnung: Gemäss seiner Einschätzung handelt es sich beim medial befeuerten Hype um Echinaforce nicht um unerlaubte Publikumswerbung.

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Kräuterkenner
am 20.09.2020 um 21:27
Jeden Tag eine Echinaceablüte, Brennnesseln roh gegessen und Tee aus getrockneten Löwenzahnwurzeln stärken das Immunsystem. Das gute daran ist, es kostet nichts, denn alles wächst um uns herum.
Naturliebende
am 18.09.2020 um 11:00
Was soll das ganze Theater? Echinacea ist eine Blume und die gibt es schon ewig und das Mittel hat auch schon immer geholfen bei Grippe, darum kann es durchaus auch bei Corona helfen. Da aber die Meisten eh nicht an Naturheilkunde glauben, sollen sie aufhören zu hamstern und uns das Echinacea lassen!