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Prämienentwicklung nervt Thurgauer Gesundheitsdirektor

In Appenzell Innerrhoden gibt es den schweizweit höchsten Rückgang bei den Durchschnittsprämien, für den Kanton Thurgau wurde ein vergleichsweise markanter Anstieg ausgewiesen. Für den Thurgauer Gesundheitsdirektor ist die Kalkulation nicht nachvollziehbar.

22.09.2020 / 17:40 / von: sda/mma
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Urs Martin spricht von einer «Farce». (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Urs Martin spricht von einer «Farce». (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

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Die mittleren Krankenkassenprämien steigen in der Schweiz 2021 im Durchschnitt um 0,5 Prozent an. Diese Berechnungen hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag veröffentlicht.

In den Ostschweizer Kantonen lässt sich dazu kein einheitlicher Trend ablesen. Am nächsten kommt dem Schweizer Wert die Entwicklung im Kanton St. Gallen: Dort steigt die Referenzprämie um 0,1 Prozent an. In Appenzell Ausserrhoden gibt es keine Veränderung. Bei den Kantonen mit sinkenden Prämien liegt Appenzell Innerrhoden mit einem Minus von 1,6 Prozent an der Spitze.

Kritik aus dem Thurgau

Für den Kanton Thurgau meldet das BAG einen Anstieg um 1,2 Prozent - dem höchsten aller Deutschschweizer Kantone. Für Gesundheitsdirektor Urs Martin (SVP) sind die Berechnungen nicht nachvollziehbar. Er wisse nicht, wieso die Prämien im Thurgau derart anstiegen, sagte er auf Anfrage von Keystone-SDA. Das Verfahren gleiche «einer Farce».

Bei der Konsultation durch das BAG zur Prämienentwicklung habe der Kanton drei Tage Zeit für eine Reaktion gehabt. Man habe detaillierte Eingaben zu den Zahlen der Versicherern ausgearbeitet. Diese seien aber kaum berücksichtigt worden. Er habe den Eindruck, dass die eher kostengünstigen Kantone - wie bei einer Quersubventionierung - eher überdurchschnittliche Erhöhungen hinnehmen müssten.

Der Regierungsrat verweist auf Zahlen, die das BAG in einem Monitoring über die Kostenentwicklung bei der Krankenversicherung veröffentlicht. Dort gebe es Angaben bis zum zweiten Quartal 2020. Bei der prozentualen Veränderung zeige sich für den Kanton Thurgau ein Minus von 0,1 Prozent, gleich hoch wie für die ganze Schweiz. Die Kostenentwicklung sei «völlig durchschnittlich». Es gebe keinen Grund wieso für den Thurgau eine überproportionale Erhöhung berechnet worden sei, folgert Urs Martin.

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