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Regierungsratswahl Thurgau: Die Ausgangslage könnte deutlicher nicht sein

Im Kanton Thurgau kämpfen sieben Kandidatinnen und Kandidaten um fünf Regierungsratssitze. Die vier Bisherigen dürfen mit der Wiederwahl rechnen. Auch ein Neuer steht schon mit halbem Bein im Regierungsrat.

11.02.2020 / 13:15 / von: sfa/mle
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Für die Grünen geht Karin Bétrisey, für die SVP Urs Martin und für die Grünliberalen Ueli Fisch ins Rennen um den frei werdenden Regierungsratssitz. (Collage: RADIO TOP)

Für die Grünen geht Karin Bétrisey, für die SVP Urs Martin und für die Grünliberalen Ueli Fisch ins Rennen um den frei werdenden Regierungsratssitz. (Collage: RADIO TOP)

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Der Kanton Thurgau wählt am 15. März sowohl den Regierungsrat, als auch den Kantonsrat neu. RADIO TOP und TELE TOP veranstalten am Montag, 17. Februar ein Podium mit den sieben Regierungsratskandidaten. Im Vorfeld erläutert RADIO TOP in einer Vorschauserie die Ausgangslage zu den Wahlen und stellt die Kandidaten in Kurzporträts vor.

Die Bisherigen

Vier der fünf amtierenden Thurgauer Regierungsräte stellen sich erneut zur Wahl. Es sind Monika Knill (SVP), Carmen Haag (CVP), Cornelia Komposch (SP) und Walter Schönholzer (FDP). Alle amtierenden Regierungsräte dürfen mit einer Wiederwahl rechnen: Der Kanton Thurgau ist für seine stabilen Polit-Verhältnisse bekannt, und die Abwahl amtierender Regierungsmitglieder ist auch gesamtschweizerisch eine Seltenheit.

Der Rücktritt

Ein Sitz in der Thurgauer Regierung wird auf die Gesamterneuerungswahlen am 15. März hin frei. Jakob Stark (SVP) stellt sich nach fast 14 Jahren als Regierungsrat nicht mehr zur Wahl. Er ist im Herbst in den Ständerat gewählt worden und politisiert seither in Bern. Die SVP will den Sitz verteidigen, um die Thurgauer Zauberformel aufrecht zu erhalten. Diese Zauberformel gilt seit über 30 Jahren und besagt, dass der SVP zwei Regierungssitze zustehen, der FDP, der CVP und der SP je einer.

Der Kronfavorit

Die Thurgauer SVP hat ihren langjährigen Kantonsrat Urs Martin nominiert, um den Sitz des abtretenden Jakob Stark zu verteidigen. Urs Martin politisiert seit zwölf Jahren im Grossen Rat. Innerhalb seiner Partei ist er allerdings nicht unumstritten: Er wurde nur knapp überhaupt als Regierungsratskandidat nominiert. Das liegt unter anderem daran, dass Urs Martin für seine harte Debattenkultur im Grossen Rat bekannt ist. Damit erinnert er eher an den Stil der Zürcher SVP, als an jenen der gemässigteren Thurgauer SVP. Trotz interner Kritik ist Urs Martin aber in der Pole Position, um neuer Thurgauer Regierungsrat zu werden: Die SVP ist stärkste Kraft im Kanton, es ist daher trotz Rücktritt von Jakob Stark äusserst unwahrscheinlich, dass sie ihren Sitz einbüsst.

RADIO TOP beleuchtet die Ausgangslage im Thurgauer Regierungsratswahlkampf:

Audio

 

Die Herausforderer

SVP-Kandidat Urs Martin erhält Konkurrenz aus dem grünen Lager. Die Grünen haben ihre Kantonsrätin Karin Bétrisey als Kandidatin aufgestellt, die Grünliberalen zogen mit Kantonsrat und GLP-Fraktionspräsident Ueli Fisch nach. Dass beide Parteien innerhalb des grünen Lagers kurz nacheinander separate Kandidaten aufstellten, sorgte in der Thurgauer Politik für Kopfschütteln.

Karin Bétrisey von den Grünen politisiert seit gerade einmal 1,5 Jahren im Grossen Rat und ist im Kanton wenig bekannt – ihre Wahlchancen sind daher äusserst gering.

Ueli Fisch hingegen ist im Kanton Thurgau ein bekannter Name: Er politisiert seit acht Jahren im Grossen Rat, seit vier Jahren als Fraktionspräsident der GLP-/BDP-Fraktion. Ueli Fisch ist ausserdem äusserst wahlkampferfahren: Er kandidierte bereits vor vier Jahren für den Regierungsrat und erreichte damals auch das absolute Mehr, was einem Achtungserfolg gleichkam. Als Überzähliger schied er allerdings aus. Letzten Herbst kandidierte er ausserdem für den Ständerat – auch dies allerdings erfolglos.

Trotz seiner grösseren Bekanntheit ist auch der Grünliberale Ueli Fisch für Urs Martin von der SVP keine ernsthafte Konkurrenz. Wenn, dann könnte Ueli Fisch dem FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer gefährlich werden. Dieser agierte in seiner ersten Legislatur glücklos und musste sich unter anderem mit dem Tierquälerei-Skandal von Hefenhofen herumschlagen.

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