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Schlechte Noten für neue Thurgauer Zeugnisse

Der Thurgauer Grosse Rat hat am Mittwoch über Zeugnisnoten diskutiert. Politiker verschiedener Parteien kritisierten, dass naturwissenschaftliche und andere Fächer nicht mehr einzeln bewertet werden.

23.01.2019 / 15:43 / von: sda/pwa
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Anlass für Diskussionen im Grossen Rat: Die Zeugnisse an Thurgauer Schulen. (Symbolbild: pixelio.de/Tim Reckmann)

Anlass für Diskussionen im Grossen Rat: Die Zeugnisse an Thurgauer Schulen. (Symbolbild: pixelio.de/Tim Reckmann)

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Die Einführung der neuen Zeugnisse parallel zum neuen Lehrplan im August 2017 sei überhastet gewesen und ungenügend vorbereitet worden, kritisierten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Parteien in einer Interpellation, welche sie vor mehr als einem Jahr eingereicht hatten.

Erstaunlicherweise überlasse es der Kanton den Schulen, ob sie Sammelnoten setzten oder nicht. Die Schulen dürften entscheiden, ob sie zum Beispiel für die Fächer Physik, Chemie, Biologie (Natur und Technik), eine Sammelnote geben oder diese nach wie vor einzeln ausweisen möchten. Dasselbe gelte für die Fächer «Gestalten» oder «Räume und Zeiten». Dadurch seien die Zeugnisse nicht mehr vergleichbar.

Die Sammelnoten hätten wenig Aussagekraft und führten dazu, dass sich das Gewerbe die Informationen über die Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber von Lehrstellen über standardisierte Tests holen müsse. Das Zusammenlegen der Noten sei ein Abbau der Qualität und der Vergleichbarkeit, gerade in einem handwerklich und gewerblich geprägten Kanton.

Noten nochmals überarbeiten

Die Notengebung sei nicht definitiv, sagte Regierungsrätin Monika Knill (SVP). Es gebe verschiedene Erwartungen zum Thema Beurteilungen. Deshalb habe der Kanton diese Frage bei der Einführung des neuen Lehrplans bewusst offen gelassen.

In der Zwischenzeit habe der Regierungsrat entschieden, dass die Notenfrage im Rahmen eines Schulversuchs erprobt werde. Zudem würden die Beurteilungskriterien mit den Lehrpersonen, Schulleitungen, Bildungs- und Wirtschaftsverbänden, abnehmenden Schulen und der Pädagogischen Hochschule Thurgau diskutiert und optimiert.

Nach allfälligen Anpassungen finde nächstes Jahr eine zweite Vernehmlassung statt. Ziel sei eine breit abgestützte Form der Beurteilung. Die Frage nach Gesamt- oder Einzelnoten sei ebenfalls Gegenstand dieses Dialogs, schreibt der Regierungsrat in der Antwort auf die Interpellation. Eingeführt werden sollen die definitiven neuen Zeugnisse dann Anfang Schuljahr 2021/22.

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