Pull down to refresh...
zurück

Sozialhilfeausgaben im Thurgau steigen kaum

Die Sozialhilfeausgaben im Thurgau stiegen 2017 weniger stark als in früheren Jahren. Pro Kopf der Bevölkerung gaben die Gemeinden 145 Franken aus. Im schweizweiten Vergleich ist der Anteil der Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfänger im Thurgau tief.

09.11.2018 / 13:43 / von: vsu/sda
Seite drucken Kommentare
0
Immer mehr Kinder und Jugendliche müssen im Kanton Thurgau für Sozialhilfe angemeldet werden. (Symbolbild: pixabay.com)

Immer mehr Kinder und Jugendliche müssen im Kanton Thurgau für Sozialhilfe angemeldet werden. (Symbolbild: pixabay.com)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

39,5 Millionen Franken gaben die Thurgauer Gemeinden im Jahr 2017 netto für die Sozialhilfe aus. Das sind 600'000 Franken oder 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Thurgauer Staatskanzlei am Freitag mitteilt. Pro Kopf der Wohnbevölkerung wendeten die Gemeinden 145 Franken auf – fast gleich viel wie im Vorjahr. Die Bruttoausgaben seien erstmals seit 2014 wieder etwas gesunken und erreichten einen Wert von 96,2 Millionen Franken. Weil es weniger Rückvergütungen durch ehemalige Sozialhilfeempfänger und Rückerstattungen von bevorschussten Leistungen gegeben habe, sei es trotz geringerer Bruttoausgaben zu einer Zunahme der Nettoausgaben gekommen.

Die höchsten Nettoausgaben hatte Arbon. Sie betrugen insgesamt 7,2 Mio. Franken oder 502 Franken pro Einwohner. Arbon ist auch die Gemeinde mit der höchsten Sozialhilfequote. Diese beträgt 5,0 Prozent. Durchschnittlich lag die Quote im Thurgau bei 1,8 Prozent, was im Vergleich mit andern Kantonen der Schweiz tief sei, heisst es in der Mitteilung.

Mehr Kinder brauchten Sozialhilfe

4‘751 Personen wurden letztes Jahr von der Sozialhilfe unterstützt, etwas mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Bezügerinnen und Bezüger sei etwas weniger stark gestiegen als in den Jahren 2013 bis 2015. Eine Zunahme gab es jedoch bei den Kindern und Jugendlichen. Sie tragen das höchste Risiko, von der Sozialhilfe abhängig zu werden: «Gut jede vierte Person in der Sozialhilfe war 2017 unter 18 Jahre alt», schreibt das Thurgauer Sozialamt.

Mehrheit auf Stellensuche oder arbeitstätig

Fast 45 Prozent der 15- bis 64-jährigen Sozialhilfebezüger waren laut der Statistik auf Stellensuche. Ein weiteres Fünftel ging einer bezahlten Erwerbstätigkeit von mindestens einer Stunde pro Woche nach, erhielt aber zur Deckung des Lebensunterhalts zusätzlich Sozialhilfe. Etwas mehr als ein Drittel der 15- bis 64-jährigen Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger stand nicht im Erwerbsleben.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare