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Spital-Apotheke in Frauenfeld soll Private nicht konkurrenzieren

Die geplante neue Spital-Apotheke in Frauenfeld sei eine Konkurrenz für private Apotheken im Thurgau, befürchten Politiker. Der Kanton müsse seine Beteiligung an der neuen Apotheke wieder aufgeben, verlangte ein GLP-Kantonsrat.

09.01.2019 / 14:00 / von: mle/sda
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Die geplante neue Spital-Apotheke in Frauenfeld sei eine Konkurrenz für private Apotheken im Thurgau, befürchten Politiker. (Symbolbild: Pixabay.com)

Die geplante neue Spital-Apotheke in Frauenfeld sei eine Konkurrenz für private Apotheken im Thurgau, befürchten Politiker. (Symbolbild: Pixabay.com)

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Die Aktiengesellschaft mit dem Namen «Horizont» Apotheke wurde im Dezember gemeinsam mit den Apotheken Thurgau und dem Ärztenetzwerk Thurgau gegründet. Das Aktienkapital beträgt 700'000 Franken.

Über ihre Tochter Spital Thurgau AG beteiligt sich die Thurmed AG mit 26 Prozent an der neuen Apotheke. Das Ärztenetzwerk hält eine Beteiligung von ebenfalls 26 Prozent, die Apotheken Thurgau werden eine neue Aktiengesellschaft gründen, welche 48 Prozent an der Horizont AG besitzen wird.

Die geplante Spital-Apotheke konkurrenziere die privaten Apotheken im Thurgau. Dies gefährde die Gesundheitsversorgung im Kanton, insbesondere jene in ländlichen Gebieten, argumentierten Kantonsräte aus mehreren Parteien in einer Interpellation, welche am Mittwoch im Grossen Rat diskutiert wurde.

Die Interpellanten stellten in Frage, ob der Kanton überhaupt eine Apotheke betreiben dürfe. Ein GLP-Kantonsrat verlangte, dass der Kanton seine Beteiligung an der geplanten Spital-Apotheke wieder aufgeben müsse. Die neue Spital-Apotheke solle ausschliesslich durch die Apotheken und das Ärzte-Netzwerk betrieben werden.

Die Interpellanten bezweifelten auch, ob die bestehende Campus-Apotheke am Kantonsspital Münstlingen, welche durch die kantonseigene Thurmed AG geführt wird, gesetzeskonform sei. Die Campus-Apotheke sei wirtschaftlich bedeutsam. Sie machte 2017 einen Umsatz von rund 40 Mio. Franken, sagte Interpellant Josef Gemperle (CVP).


Zum Wohl der Patienten

Gesundheitsdirektor Jakob Stark (SVP) zerstreute die Bedenken. Der Kanton betreibe selbst keine Apotheke, sondern mache dies über seine Aktiengesellschaften (Thurmed und Spitalpharmazie). Beim Projekt «Horizont» handle es sich um eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Apothekerinnen und Apothekern und Ärztinnen und Ärzten, welche die Gesundheitsversorgung im Kanton verbessern solle.

Im Zentrum stehe das Wohl von Patientinnen und Patienten. Die neue Apotheke beim Spital erbringe eine sinnvolle Dienstleistung für austretende Patienten, sagte der Regierungsrat. Zudem seien die Gründer übereingekommen, dass die neue Apotheke keine Dauerrezepte ausstellen dürfe.

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