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Stadt Weinfelden: «Gutscheine müssen nicht auf Steuerklärung»

Die Stadt Weinfelden hat ihren Bürgern während der ausserordentlichen Lage je einen 50-Franken-Gutschein ausgehändigt. Die Steuerverwaltung will die Gutscheine versteuern, die Stadt Weinfelden widerspricht aber - und will sich im Notfall dagegen wehren.

25.09.2020 / 10:46 / von: nst/mle
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Gutscheine müssen versteuert werden. (Bild: wikipedia.org/Creative Commons/JoachimKohlerBremen)

Gutscheine müssen versteuert werden. (Bild: wikipedia.org/Creative Commons/JoachimKohlerBremen)

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Der Weinfelder Stadtrat wollte während der ausserordentlichen Lage das lokale Gewerbe unterstützen. Dafür hat jeder Einwohner von Weinfelden einen Einkaufsgutschein von 50 Franken für das lokale Gewerbe erhalten. Doch diese Gutscheine müssten laut Gesetz versteuert werden, berichtet die «Thurgauer Zeitung». 

Der Leiter der kantonalen Steuerverwaltung, Marcel Ruchet sagt in der Zeitung: «Gemäss Paragraf 18 des Thurgauer Steuergesetzes unterliegen die durch die Stadt Weinfelden ausgegebenen Gutscheine grundsätzlich der Einkommenssteuer.» Es sei bekannt, dass jeder Weinfelder einen solchen Gutschein bekommen habe, darum werde das Steueramt - geben die Leute es von selbst nicht an - die 50 Franken automatisch dazurechnen.

«Gutscheine müssen nicht auf die Steuerklärung»

Am Freitagmorgen schaltet sich auch die Stadt Weinfelden ein und widerspricht der Steuerverwaltung. Die Gutscheine müssen nicht auf der Steuererklärung angegeben werden. Sie können als Bagatelle eingestuft und müssen demzufolge nicht versteuert werden, schreibt die Stadt auf ihrer Webseite. Anderslautende Berichte in der Tageszeitung und in anderen Medien können ignoriert werden.

Auf Nachfrage von RADIO TOP sagt Reto Marty, der Stadtschreiber von Weinfelden: «Wir gehen davon aus, dass das nur aufgrund der Interpretation des Gesetzes so sein könnte. Wir glauben nicht, dass eine Versteuerung der Gutscheine ernsthaft zum Thema werden kann.» Eine Versteuerung würde am Sinn des Gutscheins vorbeigehen, der eigentlich eine Unterstützung sein sollte.

Würde die Stadt aber merken, dass der Kanton doch an der Versteuerung festhält, würde sie sich dagegen wehren. «Wir finden das nicht gerechtfertigt», sagt Marty.

Stimmen der Bevölkerung sowie von den Behörden, im Beitrag von TELE TOP:

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Ralph
am 26.09.2020 um 06:48
Müssten die Cumulus-Bons genauso versteuert werden? Kommt doch in die gleiche Kategorie...
Nichtweinfelder
am 25.09.2020 um 15:17
Mit welcher Grundlage will sich die Stadt Weinfelden gegen die Steuerveranlagung der Einwohner wehren. Weinfelden ist nicht Partei.Der Aufruf zur Nichtdeklaration kann Folgen gemäss DBG 177 & StG 210 für die Stadt bzw. Die verantwortlichen Personen nach sich ziehen.
Daniel
am 25.09.2020 um 11:38
Hahaha. Ein Schildbürgerstreich erster Güte.Ev. kommt der eine oder andere noch in eine höhere Progression und bezahlt noch mehr als die 50.-