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Entwicklung des Covid-Zertifikats: Meinungen von Ostschweizer Kantonen weit auseinander

Vor einer Woche hat der Bundesrat angekündigt, den Zugang zum Covid-Zertifikat erweitern zu wollen. Am Mittwoch haben die Ostschweizer Kantone ihre Standpunkte klargemacht. Ihre Ansichten gehen dabei deutlich auseinander.

27.10.2021 / 11:04 / von: mle
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(Archivbild: KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE)

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Vor einer Woche hat der Bundesrat verkündet, Genesenen den Zugang zum Covid-Zertifikat erleichtern zu wollen. Genesene sollen mittels Antikörpertest zu einem Zertifikat kommen. Auch für Touristen plant der Bundesrat Erleichterungen. Ein nur in der Schweiz gültiges Zertifikat schlägt der Bundesrat auch für Personen vor, die mit einem «nur» von der WHO zugelassenen Impfstoff immunisiert sind. Am Mittwoch haben sich die Ostschweizer Kantone St.Gallen, Thurgau und Appenzell Innerrhoden in ihren Vernehmlassungsantworten zu den Vorschlägen des Bundesrates geäussert.

Ohne Impfung oder Test soll es kein Covid-Zertfikat geben

Die Kantone Thurgau und St.Gallen haben sich abgesprochen und sind sich einig: Die Kantone befürworten, dass Covid-Zertifikate für Personen ausgestellt werden, die einen positiven Antikörpertest vorlegen können. Sie sind mit der Verlängerung der Gültigkeitsdauer von Covid-Zertifikaten für Genesene von 180 auf 365 Tage einverstanden. Zudem unterstützen sie, dass nur noch Antigen-Schnelltests zur Fachanwendung (Probeentnahme durch eine Fachperson beziehungsweise eine entsprechend ausgebildete und geschulte Person) zur Ausstellung eines Covid-Zertifikats führen und dass die Tarife bei Antigen-Schnelltests angepasst werden.

Regierungen gegen Zertifikat bei weiteren Impfstoffen

Die restlichen Vorschläge hingegen lehnen die Kantone ab. Sie sind nicht damit einverstanden, dass Touristinnen und Touristen, die im Ausland mit einem «nur» von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassenen Impfstoff geimpft wurden, ein in der Schweiz ausgestelltes Zertifikat erhalten. Zum aktuellen Zeitpunkt verfüge die Schweiz aber über ausreichend Impfstoffe, um gerade die Gruppe von Menschen, die länger in der Schweiz bleiben werden (zum Beispiel vorläufig Aufgenommene, Schutzbedürftige und Asylsuchende) nochmals mit geprüften Impfstoffen zu impfen.

Keine Unterstützung findet bei der Regierung auch der Vorschlag, dass Personen, die sich aus medizinischen Gründen weder impfen noch testen lassen können, ein Covid-Zertifikat erhalten.

Appenzell Innerrhoden stützt den Bundesrat

In der Antwort des Kantons Appenzell Innerrhoden klingt es am Mittwoch anders. Appenzell Innerrhoden befürwortet die vom Bundesrat vorgeschlagene Weiterentwicklung grösstenteils. Der Kanton erachtet eine Erweiterung der Ausstellung des Zertifikats auf weitere Gruppen als sinnvoll. Gleichzeitig unterstützt er die Anpassung, dass Antigen-Schnelltests primär von Fachpersonal durchgeführt werden sollen.,

Auch findet die Standeskommission, dass Personen die «nur» mit einem von der WHO anerkanntem Impfstoff geimpft sind, ebenfalls ein Zertifikat erhalten sollen. Diese Impfstoffe würden zwar weniger Sicherheit bieten, jedoch sei das Risiko vertretbar, zumal das Zertifikat nur für 30 Tage gültig sei. Der Kanton gibt jedoch zu bedenken, dass es in der Praxis schwierig sein wird, die Echtheit der vorgelegten ausländischen Impfbestätigungen zu überprüfen. Eine zentrale Vorprüfung durch den Bund sei gewünscht.

Ebenfalls spricht sich Appenzell Innerrhoden dafür aus, dass Personen, die sich aus medizinischen Gründen weder impfen noch testen lassen können, ein Zertifikat erhalten. 

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