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Teppichleiche in Zezikon TG: Haupttäter einsichtig vor Gericht

Wegen Störung des Totenfriedens einer 20-Jährigen und anderer Delikte stehen drei Männer am Montag vor Gericht. Sie haben gestanden, im November 2017 die in einen Teppich gerollte Leiche der jungen Frau in einem Waldstück bei Zezikon TG deponiert zu haben. Den Vorwurf der Vergewaltigung weist der Haupttäter zurück.

10.05.2021 / 13:24 / von: sko/sda
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Nach dem Leichenfund bei Zezikon stehen am Montag drei Beschuldigte vor Gericht. Sie müssen sich unter anderem wegen Störung des Totenfriedens verantworten. (Archivbild: KEYSTONE/Bezirksgericht Frauenfeld)

Nach dem Leichenfund bei Zezikon stehen am Montag drei Beschuldigte vor Gericht. Sie müssen sich unter anderem wegen Störung des Totenfriedens verantworten. (Archivbild: KEYSTONE/Bezirksgericht Frauenfeld)

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Der in eine Decke und einen Teppich eingerollte und verschnürte Körper wurde im Januar 2018 in Zezikon TG vom Waldbesitzer entdeckt. Es handelte sich um die Überreste einer jungen Frau, die Mitte November 2017 im Kanton Aargau als vermisst gemeldet worden war. Eine Woche nach dem Leichenfund wurde ein heute 40-jähriger Niederländer festgenommen.

Laut Anklageschrift ergaben die Ermittlungen, dass die junge Frau am 3. November 2017 in der Wohnung des Mannes gestorben war. Der Niederländer habe dann zwei Kollegen angerufen. Gemeinsam hätten sie den Leichnam in eine Decke und einen Teppich eingerollt und mit Paketschnur umwickelt.

Die heute 51- und knapp 40-jährigen Kollegen fuhren ihn zu jenem Waldstück und liessen die Leiche am Ufer eines Baches liegen. Dort wurde sie rund drei Monate später entdeckt. Später entsorgte der Niederländer sämtliche Habseligkeiten der Verstorbenen in einem Abfallcontainer.

Vor Gericht zeigt sich der Haupttäter einsichtig und gesteht, die Leiche im Wald depooniert zu haben. Er habe einen grossen Fehler gemacht.

Kein Tötungsdelikt

Der anfängliche Verdacht, der Niederländer oder seine Kollegen könnten etwas mit dem Tod der jungen Frau zu tun haben, erhärtete sich nicht, auch nicht jener der unterlassenen Nothilfe.

Die drei Männer haben sich aber wegen Störung des Totenfriedens zu verantworten. Das Schweizerische Strafgesetzbuch sieht dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Alle drei sollen auch Drogendelikte begangen haben.

Haupttäter streitet Vergewaltigung ab

Beim Niederländer kommen noch eine ganze Reihe weiterer Delikte dazu, darunter mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz, einfache Körperverletzung und Drohung. Am schwersten wiegt der Vorwurf der Vergewaltigung einer jungen Frau im August 2019 in einem Hotelzimmer in Chur GR. Für Vergewaltigung sieht das Gesetz bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe vor. Die Vergewaltigung streitet der Niederländer ab.

Die Frau habe sich nicht gewehrt. «Sie hätte ja schreien oder um Hilfe rufen können», sagte er. Die beiden befanden sich in einem Hotel in Chur. Die Fenster des im ersten Stock gelegenen Zimmers seien offen gestanden.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Medien wurden am Montag auch die Frau befragt. Laut Staatsanwältin waren ihre Äusserungen «konsistent und stimmig», während bei den Aussagen des Beschuldigten im Laufe der Untersuchungen immer wieder Widersprüche aufgetaucht seien.

Er habe die Frau mit Drohungen und Einschüchterungen gefügig gemacht. Sie habe sich gehütet, sich zu wehren oder zu schreien. Er habe ihr Medienberichte gezeigt, wonach er der Mörder der tot im Wald gefundenen Frau gewesen sei.

Urteil Ende Mai

Laut Anklageschrift fordert die Staatsanwältin für den Niederländer eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 4 Monaten und eine Busse von 500 Franken. Zudem soll eine früher bedingt ausgesprochene Geldstrafe vollzogen werden. Im Weiteren sei der Mann für sieben Jahre des Landes zu verweisen. Für die beiden Kollegen verlangt die Anklägerin bedingte Geldstrafen.

Das Urteil wird am 28. Mai mündlich eröffnet.

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