Pull down to refresh...
zurück

Thurgau weitet Massnahmen gegen Vogelgrippe aus

Bei einem zweiten toten Wildvogel im Landkreis Konstanz wurde das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat zusammen mit den Thurgauer Behörden nun weitere Massnahmen angeordnet.

26.01.2021 / 10:07 / von: asl/sda
Seite drucken Kommentare
0
Geflügelhalter rund um den Bodensee müssen ihre Hühner vor der Vogelgrippe schützen, die durch Wildvögel verbreitet werden kann. (Symbolbild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Geflügelhalter rund um den Bodensee müssen ihre Hühner vor der Vogelgrippe schützen, die durch Wildvögel verbreitet werden kann. (Symbolbild: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Bereits Anfangs Jahr wurde bei einem Vogel nahe der Thurgauer Grenze das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen. Dann wurde in der Nähe des deutschen Radolfzells bei einer Krähe dasselbe Virus festgestellt. Die Geflügelhalter rund um den Bodensee mussten handeln.

Wie der Kanton Thurgau am Dienstag in einer Mitteilung schreibt, werden nun weitere Massnahmen verordnet. Hausgeflügelbestände sollen dadurch geschützt werden. Sie gelten vorerst bis am 15. März 2021. Weiter heisst es, dass eine schweizweite Ausbreitung unwahrscheinlich sei.

Für die Kontroll- und Beobachtungsgebiete rund um den Bodensee gelten unter anderem folgende Massnahmen für Geflügelhalter:

- Tiere dürfen nur in Stallungen gefüttert und getränkt werden, die Wildvögeln nicht zugänglich sind
- Genutzte Aussenflächen müssen mit Netzen abgedeckt werden
- Kann der Aussenbereich nicht abgedeckt werden, muss das Geflügel in Ställen oder im Aussenklimabereich gehalten werden
- Bevor der Stall beteten wird, müssen Schuhe und Überkleidung gewechselt werden
- Nicht registrierte Geflügelhaltungen müssen dies sofort bei den kantonalen Behörden tun

Welche Folgen dieser Fall für die Bodenseeregion hat – im Beitrag von RADIO TOP:

audio

Wildvogel-Kadaver melden

In den Beobachtungsgebieten soll der Gesundheitszustand des Geflügels genau beobachtet werden. Wenn mehrere Hühner erkranken oder sterben, muss dies einem Tierarzt oder dem kantonalen Veterinäramt gemeldet werden. Wer irgendwo Kadaver von Wildvögeln findet, soll diese nicht berühren und den Fund der Polizei oder der Wildhut melden.

Die Wildwasservögel, die im Bodenseegebiet überwintern, befinden sich nicht mehr auf dem Weg in den Süden, sondern sind in ihren Winterquartieren angekommen und bleiben stationär. Daher sei es unwahrscheinlich, dass sich das Virus in der ganzen Schweiz ausbreite, heisst es im Communiqué.

Es gebe auch keine Hinweise, dass das Virus H5N5 von Tieren auf Menschen übertragen werden könne. Im Winter 2016/2017 hatte sich das Vogelgrippe-Virus vom Subtyp H5N8 in der ganzen Schweiz verbreitet. Damals waren aber bereits im November die ersten Fälle aufgetreten, als sich die Zugvögel noch auf dem Flug in ihre Winterquartiere befanden.

Dadurch breitete sich das Virus schnell in der ganzen Schweiz bei Wildvögeln aus. Dank rascher Massnahmen durch Behörden und Geflügelhalter griff das Virus 2016/2017 auf keine einzige Geflügelhaltung über.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare