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Thurgauer Grüne haben laut Politologen kaum Chancen auf Regierungsratssitz

Gestern gaben die Grünen des Kantons Thurgau ihre Kandidatin für die kommenden Regierungsratswahlen bekannt. Chancen auf einen Sitz dürfte diese keine haben, sagen Politologen. Sie sehen vor allem Taktik für die Kantonsratswahlen.

14.01.2020 / 11:46 / von: lny
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Karin Bétrisey wird es laut Politologen schwer haben, einen Regierungsratssitz zu erringen. (Bild: karinbetrisey.ch)

Karin Bétrisey wird es laut Politologen schwer haben, einen Regierungsratssitz zu erringen. (Bild: karinbetrisey.ch)

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Die Grünen wollen auch im Thurgau in den Regierungsrat. Nachdem bereits die Grünen des Kantons St.Gallen mit Rahel Würmli eine Kandidatin für die Regierungsratswahlen nominiert haben, ziehen die Thurgauer nach. Am Montagabend nominierten sie ihre Kantonsrätin Karin Bétrisey. Sie soll den freiwerdenden Sitz von Jakob Stark, der in den Ständerat wechselt, angreifen. Bétrisey ist Ingenieurin und Raumplanerin und sitzt seit August 2018 für die Grünen im Kantonsrat.

Chancen gering

Die Chancen der Grünen auf einen Sitz in der Thurgauer Regierung bei den diesjährigen Wahlen sind jedoch eher gering, sagt Politologe Bruno Eberle im Interview mit RADIO TOP. «Insbesondere wenn sie einen Sitz der SVP angreifen, die eindeutig die stärkste Partei im Kanton Thurgau ist. Ein Nachteil ist auch die mangelnde Bekanntheit von Karin Bétrisey. Regierungswahlen sind sehr oft Personenwahlen, wo es darauf ankommt, ob man bekannt ist oder nicht. «Es ist besser, wenn man eine Person aufstellt, die vom Beruflichen oder von ihrer politischen Tätigkeit her das nötige Rüstzeug mitbringt» erklärt Bruno Eberle.

Die jetzige Nomination einer Kandidatin zwei Monate vor den Wahlen sei vor allem eine Taktik, um sich bei den Kantonsratswahlen breiter abzustützen. Diese finden wie die Regierungsratswahlen am 15. März statt.

Chancen bei zukünftigen Wahlen

Für die Zukunft sieht er durchaus Chancen für die Grünen. Dann müsse eine Kandidatur aber längerfristig geplant werden und die Grünen bräuchten Verbündete, am besten Parteien mit ähnlichen Gesinnungen wie die glp oder die EVP. Zudem brauche es eine profilierte Persönlichkeit als Kandidaten oder Kandidatin. «Dann wäre es vorstellbar einen Sitz anzugreifen. Allerdings eher von einer kleineren Partei als der SVP, zum Beispiel der CVP oder FDP.»

Die SVP will ihren Sitz mit dem Kantonsrat Urs Martin verteidigen. Er wurde bereits im Dezember nominiert.

Im Interview mit RADIO TOP schätzt Bruno Eberle die Chancen der Grünen auf einen Regierungsratssitz ein:

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