Pull down to refresh...
zurück

Thurgauer Regierungsrat löst Fachstelle Häusliche Gewalt auf

Der Thurgauer Regierungsrat hat die Fachgruppe Häusliche Gewalt aufgelöst und stattdessen eine Kommission Gewaltprävention eingesetzt. Der Kanton begründet dies damit, dass das Thema Gewaltprävention mehr als nur häusliche Gewalt beinhaltet.

10.06.2021 / 11:47 / von: jeh/mma/svb
Seite drucken Kommentare
0
Gewaltprävention müsse über die Häusliche Gewalt hinausgedacht werden. Deshalb hat der Kanton Thurgau die Fachgruppe überdacht. (Symbolbild: KEYSTONE/DPA/MAURIZIO GAMBARINI)

Gewaltprävention müsse über die Häusliche Gewalt hinausgedacht werden. Deshalb hat der Kanton Thurgau die Fachgruppe überdacht. (Symbolbild: KEYSTONE/DPA/MAURIZIO GAMBARINI)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Im Mai 2003 hatte der Regierungsrat die interdisziplinär zusammengesetzte Fachgruppe Häusliche Gewalt eingesetzt. Diese hat gesetzliche Grundlagen geschaffen und Handlungsmöglichkeiten für polizeiliche Interventionen im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt erarbeitet. Jetzt wurde die Arbeit der Fachgruppe überdacht und festgestellt, dass Gewaltprävention ein komplexes Thema ist und über die Häusliche Gewalt hinausgedacht werden muss.

Dem hat die Kantonspolizei Thurgau bereits bei ihrer Reorganisation Rechnung getragen und die Fachstelle Häusliche Gewalt, die neu Koordinationsstelle Gewaltprävention heisst, in die Abteilung Kommunikation und Prävention integriert. Die Koordinationsstelle Gewaltprävention ist mit der universellen Präventionsarbeit – auch, aber nicht mehr ausschliesslich in Bezug auf Häusliche Gewalt – innerhalb der Polizei betraut und wird sie mit der kantonalen Gewaltprävention koordinieren.

Aufgrund dieser Entwicklungen hat der Regierungsrat entschieden, die Fachgruppe Häusliche Gewalt aufzulösen und hat eine Kommission Gewaltprävention eingesetzt. Diese soll weiterhin als interdisziplinäres Gremium fungieren können, und sie soll dem Departement für Justiz und Sicherheit bei Bedarf beratend zur Seite stehen. Um sich den verschiedenen Themen der Gewaltprävention anzunehmen, soll sie projektbezogene Arbeitsgruppen bilden.

Zu nennen sind als erste Themen die Umsetzung der Istanbul-Konvention, die Überprüfung des Kindesschutzes oder der Abschluss des Projektes «care4kid.». Wichtig ist dabei, dass wie zum Beispiel beim Kindesschutz keine Doppelspurigkeiten entstehen. Die Koordinationsstelle Gewaltprävention wird dafür zu sorgen haben, dass Synergien genutzt oder Projekte auch nebeneinander bestehen können.

RADIO TOP hat mit Stephan Felber, Generalsekretär des Departments für Justiz und Sicherheit im Kanton Thurgau, über die Auflösung der Fachgruppe gesprochen:

AUDIO

Gegenüber TELE TOP sprechen Sandra Reinhart (Grüne) und Gabriel Macedo (FDP), was sie von den Plänen der Kantonsregierung halten:

video

Beitrag erfassen

Keine Kommentare