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Vergiftetes Raduner-Areal in Horn soll saniert werden

Das ehemalige Firmengelände der konkursiten Textilfabrik Raduner & Co AG in Horn TG ist durch Chemikalien kontaminiert. Eine Nutzung des Areals wurde durch jahrelange Rechtsstreitigkeiten erschwert. Nun konnten sich der Kanton Thurgau, die Gemeinde Horn und die beiden Eigentümer des Areals über das weitere Vorgehen einigen.

13.08.2020 / 09:02 / von: mle
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Raduner hatte in Horn über Jahrzehnte Stoffe veredelt und das Areal mit giftigen Chemikalien verseucht. (Screenshot: TELE TOP)

Raduner hatte in Horn über Jahrzehnte Stoffe veredelt und das Areal mit giftigen Chemikalien verseucht. (Screenshot: TELE TOP)

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Die ehemalige Textilfabrik Raduner & Co. AG hatte in Horn, im Kanton Thurgau, über Jahrzehnte Stoffe veredelt und das Areal mit giftigen Chemikalien - vor allem chlorierten Kohlenwasserstoffen - belastet.

 Im Sinne des Umweltrechts muss das Areal saniert werden.

Nach der Stilllegung der Textilfabrik wurde der westliche Teil des Areals an die Reto Peterhans AG und der Rest an die Eberhard Bau AG verkauft. Letztere führte im Zeitraum 2015 bis 2017 freiwillig und auf eigene Kosten eine umfassende Altlastensanierung durch. Dem im Eigentum der Reto Peterhans AG stehenden Teils des Areals steht die Altlastensanierung noch bevor. Wie aus einer Mitteilung des Kantons Thurgau hervorgeht, liegt das Sanierungskonzept vor.

Im Zuge der durch die Eberhard Bau AG durchgeführten Abbruch- und Sanierungsarbeiten haben sich diverse Rechtsstreitigkeiten

ergeben. Sie führten dazu, dass eine Entwicklung des Areals jahrelang blockiert wurde.

Kanton zahlt über halbe Million Franken

Grundsätzlich hätte die Raduner & Co AG als Verursacherin der Altlasten für die mehrere Millionen Franken teure Sanierung aufkommen müssen. Nach dem Konkurs war sie aber nicht mehr zahlungsfähig, weshalb der Staat den grössten Teil der anfallenden Kosten hätte übernehmen müssen.

Der Kanton habe deshalb im Konkursverfahren der Raduner & Co AG eine entsprechende Forderung eingegeben und sich gestützt darauf Ansprüche abtreten lassen, um diese Kosten soweit möglich zu decken. In diesem Zusammenhang seien noch immer zivilrechtliche Verfahren zwischen dem Kanton und Drittpersonen hängig. Diese seien von der aktuellen Einigung nicht betroffen und würden weitergeführt.

Die erste Vereinbarung wurde zwischen dem Kanton, der Standortgemeinde Horn und den beiden aktuellen Grundeigentümerinnen geschlossen. Die Eberhard Bau AG habe für die Sanierung ihrer Parzellen ausdrücklich auf öffentliche Gelder in Millionenhöhe verzichtet und sei bei der Sanierung über das gesetzlich verlangte Mass hinausgegangen. Laut Vereinbarung leistet der Kanton Thurgau deshalb einen «symbolischen Sanierungsbeitrag» von 600'000 Franken. Zudem bezahlt der Kanton 180'000 Franken und die Gemeinde Horn 120'000 Franken. Total sind das 300'000 Franken für die Verpflichtung zum Rückbau eines Gebäudes.

Keine Lösung hätte noch mehr gekostet

Würde das Gebäude stehen bleiben, würde dies die noch ausstehenden Sanierungsarbeiten und damit auch die Kosten, die für den Staat anfallen, deutlich verteuern.  Die restlichen 180'000 Franken würden über das ordentliche Budget des Amtes für Umwelt finanziert. Der Regierungsrat habe die Vereinbarung nun genehmigt, die Gemeinde Horn hätte dies bereits Anfang Juli dieses Jahres getan.

Parallel zur Vereinbarung mit dem Kanton und der Gemeinde hätten die Grundeigentümerinnen ihre gegenseitigen Ansprüche ebenfalls in einer Vereinbarung geregelt. Als Folge davon könnten mehrere Rechtsverfahren erledigt werden.

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