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Wäldi greift wegen Chlorothalonil ins Trinkwassernetz ein

Die Gemeinde Wäldi im Kanton Thurgau hat am Wochenende Schlagzeilen als «Pestizidhölle der Schweiz» gemacht. Jetzt reagiert die Gemeinde und nimmt eine Quelle vom Netz. Ersatzweise wird die Bevölkerung mit zusätzlichem Bodenseewasser versorgt.

10.02.2020 / 20:17 / von: sfa
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Die Gemeinde Wäldi TG bezieht wegen erhöhter Chlorothalonil-Werte per sofort mehr Trinkwasser aus dem Bodensee. (Symbolbild: TELE TOP)

Die Gemeinde Wäldi TG bezieht wegen erhöhter Chlorothalonil-Werte per sofort mehr Trinkwasser aus dem Bodensee. (Symbolbild: TELE TOP)

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Am Wochenende hat die «Sonntagszeitung» bisher unbekannte Werte über das Pestizid Chlorothalonil publik gemacht: Die Gemeinde Wäldi im Kanton Thurgau gehört demnach zu denjenigen Gemeinden mit den höchsten Chlorothalonil-Werten im Trinkwasser. Die Grenzwerte wurden zum Teil um das Neunfache überschritten.

Von den Schlagzeilen war offenbar auch die Gemeinde selber überrascht: Laut dem Gemeindepräsidenten hat nicht die Gemeinde die Messungen vorgenommen, sondern der Bund – und die Gemeinde im Nachgang nicht über die hohen Chlorothalonil-Werte informiert.

Als Sofortmassnahme ist am Montagmorgen die Quelle Eglimoos vom Netz genommen worden, sagt der Gemeindepräsident zum «St.Galler Tagblatt». Die Gemeinde bezieht stattdessen mehr Bodenseewasser, um den Ausfall zu kompensieren.

Es handle sich dabei um eine Vorsichtsmassnahme, so der Gemeindepräsident weiter. Ob die erhöhten Chlorothalonil-Werte in Wäldi gesundheitsschädigend sind, steht demnach nicht fest. Die besorgniserregenden Messungen des Bundes zur Trinkwassersituation in Wäldi stammen nämlich aus dem Jahr 2017. Die Gemeinde will deshalb nun weitere Messungen vornehmen.

Das Pestizid Chlorothalonil steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Es gelangt insbesondere in Gemeinden mit verbreiteter Landwirtschaft

ins Trinkwasser. Der Bund hat Chlorothalonil per 1. Januar 2020 verboten.

Der Bund hat für seinen Umgang mit Chlorothalonil Kritik eingesteckt, weil der Wirkstoff schon länger im Verdacht stand, krebserregend zu sein.

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E.s
am 10.02.2020 um 22:33
solch alte Daten heute aufzutischen grenzt an polemik. Bitte erst mal daten aus neueren jahren konsultieren.