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Weniger Vorarlberger Grenzgänger in der Ostschweiz

Immer weniger Vorarlberger fahren heute über de Rhein um als Grenzgänger zu arbeiten. Das hat grösstenteils damit zu tun, dass auch Österreich vom Fachkräftemangel nicht verschont bleibt.

22.09.2022 / 09:29 / von: nvi
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Die Gesundheitsbranche leidet seit Jahren an einem Mangel an Fachkräften. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Gesundheitsbranche leidet seit Jahren an einem Mangel an Fachkräften. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

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In der Ostschweiz herrscht, wie auch in vielen weiteren Teilen des Landes auch, ein akuter Fachkräftemangel. Es fehlt überall an Lehrpersonen, fehlendes Pflegepersonal beschäftigt die Ostschweizer Spitäler und Pflegeheime schon lange. Eine Lösung für dieses Problem wäre zum Beispiel: Mehr Grenzgänger aus dem Vorarlberg anwerben. Doch auch jenseits des Rheines steht das Wasser denselben Branchen bis zum Hals. 

Heute arbeiten 7500 Grenzgänger in der Ostschweiz, berichtet das das St.Galler Tagblatt. Davon seien die meisten in der Maschinen- Elektro- und Metallindustrie tätig, sagt Jan Riss von der IHK St.Gallen-Appenzell. In den letzten fünf Jahren habe sich der Anteil der Vorarlberger Grenzgänger verringert. Laut Riss funktioniere die Rekrutierung von österreichischen Fachkräften in der Ostschweiz noch, werde aber zunehmend schwieriger. Auch unser Nachbarland habe je länger je mehr mit dem Arbeitskräftemangel zu kämpfen, so Riss weiter. «Es ist deshalb deutlich schwieriger geworden, geeignetes Personal in Vorarlberg zu finden.»

Um gegen den Mangel vorzugehen haben die Vorarlberger Wirtschafts- und Arbeiterkammer 2017 ein sogenanntes Zehn-Punkte-Programm eingeführt um Vorarlberg bis 2025 zu einem «Hotspot der Lehre» zu machen. Mit mehr Lernenden soll der der Fachkräfte Mangel auf längere Zeit gesehen ausgeglichen werden. 

Allem Anschein nach verlieren auch die Löhne in der Schweiz an Reiz für Österreicherinnen und Österreicher. «Bei den Löhnen findet eine Angleichung statt. Die Differenzen dies- und jenseits des Rheins nehmen ab», sagt Jan Riss. In den letzten zwölf Jahren sei das Bruttoerwerbseinkommen in Österreich um über 23 Prozent angestiegen, derweilen in der Schweiz nur um sieben Prozent. Auch wenn nach wie vor eine Lohndifferenz gegeben sei, sinke die Bereitschaft dafür einen weiteren Arbeitsweg auf sich zu nehmen. Dies zeigen entsprechende Rückmeldungen von Unternehmen in der betroffenen Region.

Riss prognostiziert düstere Zeiten für den Ostschweizer Arbeitsmarkt. Wenn dieser Trend anhalte, würden der Ostschweiz im Jahr 2030 rund 50'000 Arbeitskräfte fehlen. Diese Zahlen hat die IHK in einer Studie erarbeitet. Für den Fachkräftemangel gäbe es keine direkte Lösung. «Wichtige Aspekte sind aber unter anderem attraktive Tätigkeitsfelder, die Identifikation mit dem Unternehmen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Familie verbessern und selbst genügend Personal ausbilden», erklärt Jan Riss. 

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