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Zirkus Royal hält trotz Kritik an seiner Tiger-Show fest

80 Spielorte, 350 Vorstellungen – und fünf Tiger. Seit Jahren hagelt es Kritik am Thurgauer Zirkus Royal, weil er immer wieder mit Grossraubtieren auftritt. Der Zirkusdirektor hält trotzdem an den Tigern fest.

23.10.2017 / 17:54 / von: sfa
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Der Zirkus Royal verteidigt seine Nummer mit fünf Tigern. (Symbolbild: pixabay.com)

Der Zirkus Royal verteidigt seine Nummer mit fünf Tigern. (Symbolbild: pixabay.com)

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Der Zirkus Royal gastiert im TOP-Land. Am Wochenende auf dem Winterthurer Teuchelweiher, am Dienstag in Wetzikon und am Freitag bereits in Buchs SG. Immer mit dabei: Die fünf Tiger. So heisst die aktuelle Tournee des Zirkus Royal denn auch «Im Zeichen des Tigers».

Radio TOP Beitrag zur Tigerhaltung im Zirkus Royal:

Audio-File

 

Dass eine artgerechte Tierhaltung bei solch einem straffen Programm möglich sei, bezweifeln Tierschützer. Oliver Skreinig, Direktor des Zirkus Royal, wehrt sich allerdings gegen diese Kritik:

«Es gibt unabhängige Gutachten, die zum Beispiel vom Bund in Auftrag gegeben wurden. Diese Gutachten sagen klipp und klar: Die Raubtierhaltung so wie sie bei uns ist, ist eine total vorbildliche Raubtierhaltung. Wir haben Tiere, die in 14. Generation in menschlicher Obhut geboren wurden, die keinerlei Verhaltensstörungen aufweisen.»

Oliver Skreinig betont ausserdem, man habe die Tiger nicht als Publikumsmagnete im Programm. Es gehe darum, die Zuschauer für die Zerstörung der Natur zu sensibilisieren. Der Tiger sei dafür ein gutes Beispiel, weil er vom Aussterben bedroht ist.

Vanessa Gerritsen, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Tier im Recht, widerspricht. Sie findet: Lieber keine Tiger mehr, als nur noch solche im Zirkus. Das Aussterben sei nämlich vor allem für die betroffenen Ökosysteme problematisch, wo der Tiger dann fehle.

Sie argumentiert, es sei schlicht nicht möglich, ein Wildtier wie den Tiger im Zirkus artgerecht zu halten: «Der Stress der Tiger ist bedingt durch die Haltung auf kleinem Raum. Der Zirkus Royal bemüht sich zwar mit grossen Gehegen. Aber das reicht bei Weitem nicht, um die Bedürfnisse der Tiere zu erfüllen. Weitere Stressfaktoren sind die Vorstellungen. Die Manege mit all den Leuten…»

Für Oliver Skreinig, Direktor des Zirkus Royal, macht es hingegen keinen Unterschied, ob ein Zirkus mit Tigern oder mit Pferden auftrete – es seien schliesslich beides Tiere. Ob der Zirkus auch nächstes Jahr wieder Grossraubtiere im Programm hat, will Oliver Skreinig noch nicht verraten.

Der Zirkus Knie hat sich seinerseits vor zwei Jahren entschieden, seine grössten Wildtiere, die Elefanten, nicht mehr auf Zirkus-Tournee mitzunehmen.

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raschy
am 25.10.2017 um 11:48
richtig so