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Die Nacht der kurzen Messer

Die Nacht der langen Messer hat in der Schweizer Politik einen legendären Ruf. Demnach werden in der Nacht vor den Bundesratswahlen noch geheime Absprachen getroffen. In diesem Jahr war davon nicht viel zu spüren.

11.12.2019 / 02:33 / von: pwa
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Alteingesessene Parlamentarier hätten sie bereits gewarnt, dass es eher «eine Nacht der vollen Gläser» ist. (Bild: RADIO TOP/Patrick Walther)

Alteingesessene Parlamentarier hätten sie bereits gewarnt, dass es eher «eine Nacht der vollen Gläser» ist. (Bild: RADIO TOP/Patrick Walther)

Die «Nacht der langen Messer» findet traditionell im Hotel Bellevue statt. (Bild: RADIO TOP/Patrick Walther)

Die «Nacht der langen Messer» findet traditionell im Hotel Bellevue statt. (Bild: RADIO TOP/Patrick Walther)

An der «Nacht der langen Messer» treffen Journalisten und Politiker aufeinander. (Bild: RADIO TOP/Patrick Walther)

An der «Nacht der langen Messer» treffen Journalisten und Politiker aufeinander. (Bild: RADIO TOP/Patrick Walther)

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Die Politprominenz der Schweiz trifft sich jeweils vor den Bundesratswahlen in der Lobby des Hotels Bellevue in Bern, nur wenige hundert Meter vom Bundeshaus entfernt. In diesem Jahr dauerte es ein wenig, bis sich die Parlamentarier im weihnächtlich geschmückten Saal blicken liessen. Der Politologe Claude Longchamp sagte beinahe enttäuscht: «Vom Knistern aus anderen Jahren ist nichts zu spüren.»

Die Ausgangslage sei zu klar, ist er überzeugt. Der Angriff der Grünen Regula Rytz auf den Bundesratssitz von Ignazio Cassis sei zum Scheitern verurteilt. Weil die Spannung fehle, haben sich deswegen auch weniger Politikerinnen und Politiker im Bellevue eingefunden, ist Claude Longchamp überzeugt. Mit etwas Verspätung trudeln dennoch viele aktive und ehemalige Politikerinnen und Politiker ein.

Viele von ihnen sind zum ersten Mal hier, darunter etwa Jörg Mäder von der GLP. Es sei spannend gewesen, sich mit den verschiedensten Leuten zu unterhalten, sagt er: «Auch wenn man am Ende meist um den heissen Brei herumredet.» Auch EVP-Nationalrat Nik Gugger schätzt das Philosophieren über mögliche Szenarien der Bundesratswahlen – obwohl er nicht mit Überraschungen rechnet. Für FDP-Nationalrat Marcel Dobler aus dem Kanton St.Gallen ist die Nacht der langen Messer gar ein Networking-Anlass.

Auch von Geheimplänen will niemand etwas gehört haben. Mike Egger, St.Galler SVP-Nationalrat, spricht deswegen von einer Nacht der kurzen Messer. Und Jacqueline Badran gibt zu bedenken, dass wohl kaum an dem Ort mit den meisten Journalistinnen und Journalisten in ganz Bern noch Geheimpläne ausgeheckt werden. Und SVP-Nationalrat Mauro Tuena fügt hinzu: Hier sind in diesem Jahr mehr Journalisten als Politiker. Dennoch ist es ein spannender Anlass, sagt die GLP-Nationalrätin Corina Gredig, welche zum ersten Mal hier ist. Alteingesessene Parlamentarier hätten sie bereits gewarnt, dass es eher «eine Nacht der vollen Gläser» ist. 

Stimmen über die Nacht der langen Messer, im Beitrag von RADIO TOP: 

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