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Zürcher Stimmvolk besiegelt das Ende von Öl- und Gasheizungen

Öl- und Gasheizungen haben im Kanton Zürich bald ausgedient: Die Stimmberechtigten nahmen das neue Energiegesetz am Sonntag deutlich an. Der Ja-Anteil der Stimmen betrug 62,63 Prozent, die Stimmbeteiligung lag bei aussergewöhnlich hohen 63,1 Prozent.

28.11.2021 / 17:00 / von: mle/sda
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Wärmepumpen sollen gefördert werden. (Symbolbild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)

Wärmepumpen sollen gefördert werden. (Symbolbild: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)

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Für das neue Gesetz stimmten 359'275 Zürcherinnen und Zürcher, dagegen waren 214'331 Stimmberechtigte.

Das neue Energiegesetz schreibt vor, dass Öl- und Gasheizungen am Ende ihrer Lebensdauer durch Alternativen ersetzt werden müssen, also etwa durch Fernwärme, eine Wärmepumpe oder den Anschluss an einen Wärmeverbund mit Holzschnitzeln. Auch Biogas wäre zulässig.

Mit dem neuen Gesetz erhöht der Kanton zudem seine Fördermittel, von 8 auf 15 Millionen Franken. Zusammen mit den Bundesgeldern stehen künftig rund 65 Millionen Franken pro Jahr für klimaschonende Heizungen zur Verfügung, das sind 20 Millionen Franken mehr als heute.

Der Zürcher Kantonsrat Daniel Sommer von der EVP gibt sich im Interview mit RADIO TOP zufrieden:

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Noch 120'000 Öl- und Gasheizungen in Betrieb

Derzeit wird im Kanton Zürich noch immer jede zweite alte Öl- oder Gasheizung mit einer neuen Öl- oder Gasheizung ersetzt. Die rund 120'000 fossil betriebenen Heizungen, die noch in Betrieb sind, verursachen zusammen 40 Prozent der Zürcher CO2-Emissionen.

Für das Energiegesetz waren alle Parteien bis auf SVP und EDU. Diese argumentierten, dass die Regelung weit übers Ziel hinausschiesse und zu Mietzinserhöhungen führe. Zusammen mit dem Hauseigentümerverband forderten sie vergeblich «Eigenverantwortung statt Zwang».

«Es ist enttäuschend aber leider nicht ganz unerwartet», sagt SVP-Kantonsrat Benjamin Fischer gegenüber RADIO TOP:

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Mieterverband befürchtet Folgen für Mieter

Eine Stimmfreigabe beschloss überraschenderweise der Mieterverband. Er befürchtet, dass viele Vermieter den Heizungsersatz als Vorwand nutzen, um die Mieterinnen und Mieter auf die Strasse zu stellen und die Häuser komplett zu sanieren. Der Mieterverband fordert nun zusätzlichen Mieterschutz, etwa dass die Fördergelder nur ausgezahlt werden, wenn Vermieter keine Kündigungen aussprechen.

Andere Kantone sind beim Heizungsersatz schon um einiges weiter als Zürich. Rund die Hälfte der Kantone kennt bereits ähnliche Vorschriften. Während in Zürich wie erwähnt noch 50 Prozent der alten Heizungen wieder mit Öl- oder Gasheizungen ersetzt werden, sind es in Basel-Stadt mittlerweile nur noch 10 Prozent, in Freiburg sind es sogar nur noch 3 Prozent.

TELE TOP hat nach der Auszählung unter anderem mit Baudirektor Martin Neukom (Grüne) und Hans Egloff, Präsident HEV Zürich, gesprochen:

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