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Nach «Ehe für Alle»: Längerfristig rechnen Zivilstandesämter mit einem Anstieg

Beim Zürcher Zivilstandsamt melden sich bereits homosexuelle Paare, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben und eine Ehe schliessen wollen. Das Zivilstandesamt Winterthur rechnet mit einem Plus bei den Ehe-Schliessungen von zehn Prozent.

27.09.2021 / 18:04 / von: nzu/lpe/sda
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Die «Ehe für alle» tritt voraussichtlich im Juli 2022 in Kraft. Die Stadt Zürich hat bereits erste Anrufe von interessierten Paaren erhalten. (Symbolbild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Die «Ehe für alle» tritt voraussichtlich im Juli 2022 in Kraft. Die Stadt Zürich hat bereits erste Anrufe von interessierten Paaren erhalten. (Symbolbild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

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Am Tag nach dem Ja zur «Ehe für alle» hat es beim Zürcher Zivilstandsamt bereits erste Anfragen von homosexuellen Paaren gegeben, die ihre eingetragene Partnerschaft nun zu einer Ehe umwandeln wollen. Die Stadt schickt zur Information allen 1400 eingetragenen Paaren einen Brief. Dieser Brief ist gleichzeitig eine Umfrage, ob die Paare an einer Umwandlung interessiert seien. So will die Stadt abschätzen, welcher Aufwand auf das Zivilstandsamt zukommt.

Gerade Sturm geläutet habe das Telefon nicht. Aber es habe schon einige Anfragen von Paaren gegeben, die nun gerne heiraten würden, sagte ein Sprecher der Stadt Zürich am Montag gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen» von Radio SRF. Auch in den Städten Winterthur und St.Gallen ist der Wortlaut der gleiche. Das Zivilstandesamt Winterthur rechne jedoch mit einer Zunahme von etwa zehn Prozent, sagt Amtsleiter Fabio Palummo im Interview mit RADIO TOP. Hochrechnungen gebe es in der Stadt St.Gallen noch nicht, doch auch hier wird für den nächsten Sommer und Herbst mit einem Anstieg gerechnet, «was das für uns personell bedeutet, ist noch schwierig zu sagen», erklärt Stephanie Hutter vom Zivilstandesamt der Stadt St.Gallen.

Die Einschätzungen der Zivilstandesämter und auch Stimmen der Hochzeitsplaner, im Beitrag von RADIO TOP:

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Die Hochzeitsplaner rüsten sich für den Sommer und Herbst ebenfalls für mehr Kundschaft, einzig die Kirchen rechnen nicht mit einer Veränderung «es ist wahrscheinlich wie auch sonst bei den Hochzeiten, lediglich die Personen mit einem kirchlichen Bezug werden anfragen», sagt Doris Brodbeck von der evangelisch-reformierten Kirche im Kanton Schaffhausen. Die Kirche freue sich aber, wenn sich gleichgeschlechtliche Paare melden, um zu heiraten.

Bis zu den ersten Eheschliessungen homosexueller Paare dürfte es jedoch noch einige Zeit dauern: Die «Ehe für alle» wird voraussichtlich am 1. Juli 2022 in Kraft treten.

 

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