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Viermal Ja: So hat die Stadtzürcher Bevölkerung abgestimmt

Die Stimmbevölkerung der Stadt Zürich hat am Sonntag unter anderem den Verkehrsrichtplan und den Siedlungsrichtplan angenommen. Auch beim Rahmenkredit Ausbau Fernwärme und Siedlungsbau Hardau I überwiegen die Ja-Stimmen.

28.11.2021 / 17:10 / von: mle/sda
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Mehr Radwege, weniger Autos und flächendeckend Tempo 30. Das will der Verkehrsrichtplan der Stadt Zürich. (Symbolbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Mehr Radwege, weniger Autos und flächendeckend Tempo 30. Das will der Verkehrsrichtplan der Stadt Zürich. (Symbolbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

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In der Stadt Zürich sollen oberirdische Parkplätze ersatzlos aufgehoben werden können, zudem soll grundsätzlich Tempo 30 eingeführt und mehr Raum für Velofahrende und Zufussgehende geschaffen werden: Die Stimmberechtigten haben den Verkehrsrichtplan gutgeheissen.

80'153 Zürcherinnen und Zürcher stimmten der Vorlage zu, 59'443 lehnten sie ab. Der Ja-Stimmenanteil lag damit bei 57,4 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 61,9 Prozent.

Gegen den neuen Verkehrsrichtplan hatten sich SVP und FDP ausgesprochen. Die grossflächige Einführung von Tempo 30 verlangsame den öffentlichen Verkehr und verteuere ihn, da zusätzliche Fahrzeuge benötigt werden, kritisierten sie.

Zudem wehrten sich die beiden bürgerlichen Parteien gegen den Abbau von Parkplätzen und die Abschaffung des historischen Parkplatzkompromisses, mit dem in der Innenstadt aufgehobene oberirdische Abstellplätze in Tiefgaragen kompensiert werden mussten.

SP, Grüne, AL, GLP und EVP waren für die Neuausrichtung: «Der Richtplan Verkehr schlägt wichtige Pflöcke für die Umsetzung der Velorouten-Initiative und zur Priorisierung des Fussverkehrs ein», befand etwa die SP. Für die Grünen wird eine «Verkehrswende eingeleitet» und der Verkehr ökologischer.

Wie Zürcher Politiker die Abstimmungsresultate einordnen, im Beitrag von TELE TOP: 

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Zürich sagt Ja zum 330-Millionen-Ausbau der Fernwärmeversorgung

Die Stadtzürcher Quartiere Wipkingen, Oberstrass, Unterstrass, Aussersihl sowie die Gebiete Guggach und Sihlquai können ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Die Stimmbevölkerung hat den dafür nötigen 330-Millionen-Franken-Kredit am Sonntag mit 84,1 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen.

117'484 Abstimmende waren dafür, das Fernwärmenetz etappenweise von 2022 bis 2040 auszubauen, nur 22'283 dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 61,7 Prozent.

Die Fernwärme, die bei der Verbrennung von Kehricht ohnehin entsteht, soll mithelfen, dass die Stadt spätestens 2050 nur noch eine Tonne CO2 pro Einwohner und Einwohner pro Jahr ausstösst. Durch die Erweiterung sollen sich laut Stadt 36'000 Tonnen CO2 jährlich einsparen lassen.

Wohnungen für 400 statt 150 Personen: Hardau-I-Kredit angenommen

Stolze 79,8 Prozent haben Ja gesagt: Mit 110'204 zu 27'917 Stimmen wurde in der Stadt Zürich der Kredit von rund 71 Millionen Franken für die Wohnsiedlung Hardau I angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 61,4 Prozent.

Das Geld soll den Ersatzneubau an der Hardstrasse finanzieren, in dem ab 2024 rund 400 Personen wohnen können - heute sind es rund 150.

Die Zahl der Wohnungen erhöht sich von 80 auf 122, zwei Drittel davon sind laut Stadt als Grossraumwohnungen konzipiert. Im Neubau sollen unter anderem auch ein Kindergarten sowie das Personenmeldeamt West integriert werden.

Das Projekt wurde «autoarm» konzipiert: Das Parkplatzangebot verringert sich von 249 Parkplätzen auf 31. Für Velos sind 400 Abstellplätze vorgesehen.

43 Wohnungen, also ein Drittel, werden von der Stadt subventioniert. Bei einer nicht subventionierten 3-Zimmer-Wohnung wird mit einer monatlichen Nettomiete von 1'230 Franken gerechnet, bei einer 4-Zimmer-Wohnung mit 1'450 Franken.

Die bisherige Siedlung Hardau I entstand zwischen 1962 und 1964 und entspricht schon länger nicht mehr heutigen Bedürfnissen. Die 80 Wohnungen sind klein und haben einen bescheidenen Ausbaustandard. Der Baubeginn für den Ersatzneubau soll im zweiten Quartal 2022 erfolgen, Ende 2024 soll die neue Wohnsiedlung bezugsbereit sein.

Die SVP will die Niederlage nicht einfach so auf sich sitzen lassen. Sie kündigte noch am Sonntag eine städtische Volksinitiative zum Thema Tempo 30 an. Diese soll in der Gemeindeordnung festschreiben, dass Tempo-30-Zonen auf Hauptstrassen künftig nicht mehr zulässig seien, wie die Partei mitteilte. Die Initiative soll am 4. Januar 2022 vorgestellt werden.

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Jocker
am 28.11.2021 um 16:25
Linkes Gedankengut widerspricht sich diametral mit Hirn haben, anders kann dieses Abstimmungsresultat nicht gedeutet werden. Nun ja - da hätte ich zwei Vorschläge für dei Befürworter: Sollte einer mit dem Auto oder Velo schneller als 30 km/h fahren und „geblitzt“ werden, ist einerseits der Fahrausweis lebenslang zu entziehen und die Busse von CHF 10‘000.— wird bei jedem Vergehen erneut fällig, denn nur so können solche Fanatiker wieder auf den Boden der Realität geholt werden.