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Airbus stellt Produktion von Passagierjet A380 ein

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus stellt die Produktion des weltgrössten Passagierjets A380 ein. Nachdem die arabische Fluggesellschaft Emirates ihre Bestellung reduziert habe, gebe es keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung der Produktion.

14.02.2019 / 12:20 / von: pha/sda/eob
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2021 hebt der letzte, neue Airbus A380 ab. (Bild: A380 www.airbus.com)

2021 hebt der letzte, neue Airbus A380 ab. (Bild: A380 www.airbus.com)

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Den Produktionsstopp teilt Airbus in Toulouse mit. Die letzte Auslieferung für den A380 sei für 2021 geplant.

Emirates ist der grösste A380-Kunde. Die Fluggesellschaft habe beschlossen, die A380-Bestellungen von 162 auf 123 Maschinen zu reduzieren. Dabei würden in den kommenden zwei Jahren noch 14 verbleibende A380 in Empfang genommen. Als Konsequenz werde Airbus seine Auslieferungen 2021 einstellen, teilte das Unternehmen mit.

Der scheidende Airbus-Konzernchef Tom Enders bedauert das Aus für den Airbus A380. Die Entscheidung sei schmerzhaft, man habe viel Mühe, Geld und Schweiss in den weltweit grössten Passagierjet gesteckt, sagte Enders am Donnerstag.

«Aber im Geschäft dürfen wir unsere Entscheidung nicht auf Basis von Gefühlen oder Wünschen treffen, sondern basierend auf Fakten», sagte der Airbus-Chef in Toulouse. Man wolle zukünftig die Flotte weiter unterstützen - insofern sei es auch nicht das Ende des Programms.

Wie der A380 als weltgrösstes Passagierflugzeug scheitern konnte, im Beitrag auf RADIO TOP:

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Der Passagierjet hat dem Unternehmen schon länger grosse Sorgen bereitet. In den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluglinie ein Modell geordert. Airbus drohten, die Bestellungen auszugehen. Der Konzern fuhr die Jahresproduktion zuletzt von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

Infolge der Entscheidung von Emirates gebe es keinen nennenswerten Auftragsbestand mehr und damit keine Grundlage für eine Fortsetzung der Produktion, sagte Konzernchef Tom Enders laut Mitteilung.

Ein Grund dafür könnte dazu beigetragen haben, dass das Flugzeug, welches über 800 Passagiere mitnehmen konnte, zu wenig ausgelastet war. «Das grosse Flugzeug müsste auf Strecken betrieben werden, wo das Flugzeug gefüllt werden kann. Sonst ist es im Unterhalt und im Betrieb wirklich einfach zu teuer», sagt Christoph Regli, Leiter vom Studiengang Aviatik an der ZHAW.

Der A380 wurde Ende der 90-er Jahre entwickelt und hieb am 27. April 2005 zum ersten Mal vom Boden ab. Zudem war er bei den Passagieren sehr beliebt und galt auch als Luxusflieger. Aber auf dem Flugzeugmarkt gibt es momentan bessere und kleinere Flugzeuge, erklärt der Leiter des Luftfahrkompetenzzentrum der Uni St.Gallen Andreas Wittmer. «Die neuen Technologien des A350 oder Boeing 787 Dreamliner bringen schon grosse Vorteile, die die Kostenstruktur dieser Flieger herunterbringen, obwohl sie weniger Passagiere haben.» Diese kleineren Flugzeuge hätten nämlich eine leichtere Bauweise mit Karbon und auch neue Motoren, die in den Einsatz kommen.

Zudem hätten die kleineren Flugzeuge eine grössere Flexibilität, erklärt Christoph Regli weiter. Denn sie könnten auf kleinere Flugplätze gehen und zusätzlich sei man nicht angewiesen, dass der Flieger gefüllt sein muss. Dementsprechend könnten statt einem Langstreckenflug mit dem A380 zwei bis drei kleinere Flüge durchgeführt werden.

Airbus wird in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern bezüglich der 3000 bis 3500 Stellen aufnehmen, die in den kommenden drei Jahren betroffen sein könnten. Es werde aber zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben, steht in der Mitteilung weiter.

Teile des Luftgiganten werden an mehreren Airbus-Standorten in Europa gefertigt. Wegen der Auftragsflaute beim A380 sind stehen bundesweit bereits Tausende Jobs auf der Kippe. Auch der Schweizer Rüstungs- und Technologiekonzern Ruag fertigte ebenfalls Bauteile wie das Flügelende für das Grossflugzeug.

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